Kursziel null Deutsche-Bank-Analyse lässt Aktie von General Motors abstürzen

Es ist ein vernichtendes Urteil: Die Deutsche Bank hat das Kursziel von General-Motors-Aktien auf null reduziert - weil sie den amerikanischen Autohersteller für quasi pleite hält. Der Kurs des Unternehmens brach daraufhin um 25 Prozent ein.


New York - Hiobsbotschaft für einen jetzt schon schlingernden Konzern: Der angeschlagene US- Autohersteller General Motors Chart zeigen (GM) hat an der Börse einen weiteren schweren Rückschlag erlitten. Die Deutsche Bank Chart zeigen hat das Kursziel für die Aktie komplett auf null zusammengestrichen. Damit schickte sie die bereits massiv abgestürzte Aktie auf eine noch rasantere Talfahrt, der Titel brach im New Yorker Handel um rund 25 Prozent auf nur noch 3,27 Dollar ein.

GM-Hauptgebäude in Detroit: Für die Aktionäre bleibt nichts mehr übrig
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GM-Hauptgebäude in Detroit: Für die Aktionäre bleibt nichts mehr übrig

Ohne ein Einschreiten der US-Regierung sei der Autobauer nicht in der Lage, seinen Betrieb in den USA über den Dezember hinaus zu finanzieren, schrieb Deutsche-Bank-Analyst Rod Lache in einer Studie. Selbst wenn GM einen Bankrott mit Hilfe des Staates abwenden könne, dürfte für die Aktionäre dabei nichts übrig bleiben, begründete er sein neues Kursziel. GM hatte erst am Freitag gewarnt, ohne staatliche Hilfen womöglich bis zur Jahresmitte 2009 pleite zu sein.

Schon am Wochenende war bekanntgeworden, dass die drei großen amerikanischen Autobauer GM, Ford Chart zeigen und Chrysler die amerikanische Regierung um massive Unterstützung gebeten haben. In einem Brief an den US-Finanzminister Henry Paulson fordern deshalb Nancy Pelosi, die Sprecherin des Repräsentantenhauses, und der Fraktionsvorsitzende im Senat, Harry Reid, das Bankenrettungspaket im Wert von 700 Milliarden Dollar auch auf die Autoindustrie auszuweiten.

Auch Opel ruft um Hilfe

Außerdem hatten die Autohersteller auch den Kongress um Kredite in Höhe von 50 Milliarden Dollar gebeten, um die wirtschaftlich schweren Zeiten zu überleben und genügend Geld für Rentenzahlungen ehemaliger Mitarbeiter zu haben. Am Dienstag wollen sich die Manager von General Motors (GM), Ford, Chrysler und der führenden Autogewerkschaft mit Abgeordneten des Kongresses treffen und das Hilfsprogramm diskutieren. Schon im September hatte der Kongress 25 Milliarden an Krediten gebilligt, um die Umrüstung auf energieeffizientere Autos zu unterstützen.

Doch die Probleme der Autoindustrie beschränken sich nicht auf den amerikanischen Markt. Auch die deutsche GM-Tochter Opel ruft die Politik zu Hilfe: Geschäftsführung und Betriebsrat hätten Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem Brief aufgefordert, sich für das von der Industrie angemahnte 40 Milliarden Euro schwere Kreditprogramm für die europäische Autobranche einzusetzen, sagte ein Opel-Sprecher am Montag. Zudem will Opel zinsgünstige Kredite für Neuwagenkäufer, eine Verschrottungsprämie für Altautos und eine pauschale Steuerbegünstigung für alle Neuwagen. Die Maßnahmen der Bundesregierung - etwa die an den Schadstoffausstoß geknüpfte Kfz-Steuerbefreiung - reichten nicht aus, um die Nachfrage nach Neuwagen in Europa dauerhaft anzukurbeln.

Opel ist nicht der einzige deutsche Autobauer, der unter der Absatzkrise leidet. Auch BMW und Daimler sind davon betroffen und haben bereits Zwangsferien für ihre Werke angekündigt, um die Produktion zu drosseln.

sam/dpa/Reuters



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