Umfrage zur Lage der Betriebe Unternehmen in Deutschland haben weniger Existenzängste – und bekommen länger Geld vom Staat

Die sinkenden Corona-Inzidenzwerte lindern die Existenzängste von Unternehmen, zeigt eine aktuelle Umfrage. Trotzdem sollen Kurzarbeitergeld und Überbrückungshilfen verlängert werden.
Anhaltende Unsicherheit: Vor allem im Gastgewerbe halten sich die Betriebe weiterhin zurück (Symbolbild)

Anhaltende Unsicherheit: Vor allem im Gastgewerbe halten sich die Betriebe weiterhin zurück (Symbolbild)

Foto: Annette Riedl / dpa

Mit dem Abflauen der Coronakrise sehen sich immer weniger Betriebe in Deutschland akut in ihrer Existenz bedroht. Dies geht aus einer Umfrage des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)  unter gut 1500 Firmen hervor. Der Anteil dieser Unternehmen sank demnach im Mai von 13 auf acht Prozent. »Die Inzidenzwerte entspannen sich vielerorts, parallel dazu blicken auch die privatwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland wieder optimistischer in die Zukunft«, sagte IAB-Direktor Bernd Fitzenberger.

Vor allem Kleinstbetriebe mit bis zu neun Beschäftigten berichten von deutlich geringeren Existenzängsten. Die positive Entwicklung macht sich auch beim Schaffen neuer Jobs bemerkbar. Insgesamt übersteigen die Einstellungen im Mai in 14 Prozent der Betriebe die Anzahl an Entlassungen.

Auch wenn sich die Aussichten verbessern, will die Bundesregierung Unternehmen einen zusätzlichen Anreiz bieten, Mitarbeiter einzustellen oder aus der Kurzarbeit zu holen. Das Bundeskabinett hat dazu eine sogenannte Restart-Prämie beschlossen: Bis einschließlich September können Unternehmen, die einen coronabedingten Umsatzeinbruch nachweisen können, einen Zuschuss auf die Personalkosten bekommen. Einen solchen »Rettungsschirm für Neueinstellungen« hatte IAB-Ökonom Enzo Weber bereits im März 2020 in einem Gastbeitrag für den SPIEGEL gefordert.

Bei der Restart-Prämie berücksichtigt wird die Differenz der Personalaufwendungen im Juli im Vergleich zum Mai 2021. Im Juli sollen Betriebe darauf einen Zuschuss von 60 Prozent erhalten, im August von 40 Prozent und im September von 20 Prozent. Danach wird diese Hilfe nicht mehr gewährt.

Mit der Restart-Prämie solle die konjunkturelle Erholung von der Coronakrise beschleunigt werden, sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Es solle am Anfang helfen, wenn es sich sonst noch nicht rechnen würde, Personal aufzustocken.

Zudem sollen die bereits existierenden staatlichen Corona-Hilfszahlungen zunächst weiterlaufen: Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch die Verlängerung der Kurzarbeitsregeln. Demnach erstattet der Staat auch über den 30. Juni hinaus die Sozialversicherungsbeiträge bei Kurzarbeit vollständig. Ab Oktober werden die Beiträge dann noch zur Hälfte übernommen, wenn mit der Kurzarbeit bis zum 30. September begonnen wurde. Zudem soll es für die Anmeldung von Kurzarbeit weiter ausreichen, wenn mindestens zehn Prozent der Beschäftigten betroffen sind und nicht wie sonst ein Drittel.

Das Arbeitsministerium beabsichtigt durch die Verlängerung, »Beschäftigungsverhältnisse auch über den 30. Juni 2021 hinaus zu stabilisieren und dadurch Arbeitslosigkeit und gegebenenfalls Insolvenzen möglichst zu vermeiden«. Profitieren dürften davon vor allem Betriebe im Gastgewerbe, die auch im Mai eher entlassen als eingestellt haben. Laut IAB-Vizedirektor Ulrich Walwei könnte dies daran liegen, dass sich die Betriebe aufgrund der anhaltenden Unsicherheit zurückhielten.

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Auch die Wirtschaftshilfen für Unternehmen sollen wohl bis Ende September verlängert werden. Dies meldete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Insiderinformationen. Bislang war die sogenannte Überbrückungshilfe III bis Ende Juni angelegt. Damit können Unternehmen, die einen Umsatzeinbruch wegen der Coronapandemie nachweisen können, nun weiterhin große Teile ihrer Fixkosten ersetzt bekommen.

nek/fdi/dpa/reuters
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