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HANDEL Längere Öffnungszeiten rentieren sich nicht

aus DER SPIEGEL 51/2008

Für den Einzelhandel hat sich die Liberalisierung der Ladenschlussgesetze bislang nicht gelohnt. Trotz längerer Verkaufszeiten ist der Einzelhandelsumsatz in Deutschland im vergangenen Jahr preisbereinigt um 2,2 Prozent geschrumpft. Das ergab eine Studie der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di. In einigen Bundesländern war der Rückgang sogar noch weit stärker. In Sachsen etwa, wo die Geschäfte an Werktagen von 6 bis 22 Uhr öffnen dürfen, sackten die Umsätze um 5,1 Prozent. In Thüringen, wo es an Werktagen überhaupt keine Beschränkung mehr gibt, registriert Ver.di ein Minus von 3,3 Prozent. Zwar gab es einen leichten Zuwachs bei den Beschäftigten, seit die Ladenöffnungszeiten von den Ländern festgelegt werden können, doch seien dies fast ausschließlich geringfügig Beschäftigte und Teilzeitkräfte. Die Zahl der Vollzeitstellen, so die Gewerkschaft, ging dagegen weiter zurück. Besonders drastisch sei dies in Sachsen-Anhalt zu beobachten, wo der Anteil der geringfügig Beschäftigten um mehr als neun Prozent zunahm.

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