Lafontaine über Clement "Einäugiger unter Blinden"

Ex-Finanzminister Lafontaine macht keinen Hehl daraus, dass er die Wirtschaftspolitik des Schröder-Kabinetts für grundfalsch hält. Auch dem neuen Superminister Wolfgang Clement traut er nicht zu, das Ruder herumzureißen.

Hamburg - In einem Kommentar in der "Bild"-Zeitung schreibt Lafontaine, Clement sei "allenfalls ein Einäugiger unter Blinden." Die wirkliche wirtschaftspolitische Macht liege bei der Europäischen Zentralbank (EZB) und dem Bundesfinanzministerium. EZB-Chef Wim Duisenberg müsse endlich die Zinsen senken, Finanzminister Hans Eichel von seinem schädlichen Sparkurs abweichen. Arbeitsplätze entstünden nur, "wenn einer frisches Geld ausgibt, entweder der Staat oder die privaten Haushalte oder die Unternehmen".

Die Ministerien, die Clement übernimmt und zusammenfügt, hält Lafontaine für weitgehend machtlos: Der Wirtschaftsminister sei für "Subventionen und Messe-Eröffnungen zuständig", der Arbeitsminister "verwaltete die Renten und die Arbeitslosigkeit".

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