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Greenpeace-Studie Lasche CO₂-Grenzwerte bei Autos kosten viele Millionen Tonnen mehr Spritverbrauch

aus DER SPIEGEL 11/2022

Bundeskanzler Olaf Scholz’ Entscheidung, die Flottengrenzwerte von Autoherstellern in der Europäischen Union nicht verschärfen zu wollen, hat schwere ökologische und geopolitische Folgen. Die lascheren Grenzwerte werden vom Jahr 2025 bis Ende 2034 zu einem Mehrverbrauch an Kraftstoff von 53 Millionen Tonnen führen, was in etwa der jährlichen Spritmenge in Deutschland entspricht. Das ergaben Berechnungen von Verkehrsexperten der Umweltorganisation Greenpeace. Vergangenen Monat hatte sich der SPD-Politiker Scholz gemeinsam mit Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) gegen die grüne Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) durchgesetzt. Sie wollte bei der EU-Kommission ursprünglich für eine deutlich schärfere Regelung werben. Diese hätte die Autoindustrie gezwungen, sparsamere Autos mit Verbrennungsmotor oder mehr Elektroautos zu produzieren. Durch Scholz’ Machtwort bleibt es nun beim Flottendurchschnitt von aktuell 118 Gramm CO₂ pro Kilometer. Dadurch dürfte gemäß der neuen Studie in Deutschland deutlich mehr Sprit verbraucht und 167 Millionen Tonnen CO₂ zusätzlich ausgestoßen werden. Greenpeace fordert von der Bundesregierung, wegen des Kriegs in der Ukraine nun doch noch für die strengeren Flottengrenzwerte in Brüssel einzutreten. »Je schneller wir Ölimporte aus Russland überflüssig machen, desto besser«, heißt es in der Greenpeace-Arbeit. Dazu könnten »ambitionierte Flottengrenzwerte mittelfristig einen erheblichen Beitrag leisten«.

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