Lauernde Staatsfonds Alptraum der Wall Street

Die mächtigsten Banken der Welt unter der Kontrolle asiatischer und arabischer Staatsfonds? Milliardenverluste durch faule US-Immobilienkredite haben selbst Institute wie Citigroup und UBS verwundbar gemacht. Ausländische Staatsfonds wittern ihre große Chance.


Zürich/Dubai - Die Citigroup war das erste Ziel: Ende November teilte das Emirat Abu Dhabi mit, sich mit 7,5 Milliarden Dollar an der krisengeschüttelten US-Bank zu beteiligen. Nach Überzeugung von Kenneth Chen, dem Leiter der Abteilung für Beteiligungskapital bei der katarischen Investmentbehörde QIA, ist die Beteiligung aber erst der Anfang einer neuen Entwicklung.

Finanzmetropole Dubai: Gewaltige Chancen für staatliche Vermögensverwalter
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Finanzmetropole Dubai: Gewaltige Chancen für staatliche Vermögensverwalter

Der Kreditkrise könnte ein großer Ausverkauf der US-Banken folgen. "Es bestehen gewaltige Chancen für staatliche Vermögensverwalter, die schnell und vertrauensvoll reagieren können", sagte Chen heute während einer Pressekonferenz in Dubai. Investoren sollten sich den Finanzsektor anschauen. Etliche US-Banken kämpfen wegen der Marktturbulenzen im Zuge der US-Hypothekenkrise mit Milliardenabschreibungen.

Chens Zuversicht kommt nicht von ungefähr. Erst heute Morgen wurde bekannt, dass sich zwei Investoren aus Asien und dem Nahen Osten mit zusammen 13 Milliarden Franken an der kriselnden Schweizer Großbank UBS Chart zeigen beteiligen. Elf Milliarden Franken kommen der offiziellen Mitteilung zufolge vom Staatsfonds Government of Singapore Investment Corporation Pte Ltd. (GIC) und weitere zwei Milliarden Franken von einem nicht genannten Investor aus dem Nahen Osten. Zunächst würden beide Investoren eine Zwangswandelanleihe zeichnen, die später in Aktien umgewandelt werde, hieß es.

Um die UBS steht es schlecht. Nach erneuten Abschreibungen im Wert von zehn Milliarden Dollar in Folge der US-Kreditkrise droht der Bank der erste Verlust in der zehnjährigen Firmengeschichte. Nach einer eher zuversichtlichen Prognose im Oktober hatte das Geldinstitut heute mitgeteilt, dass das Schlussquartal nach der Wertberichtigung mit einem Verlust enden dürfte. Auch für das gesamte Geschäftsjahr werde das Ergebnis möglicherweise negativ ausfallen, hieß es in der Mitteilung.

Wegen der Kreditkrise hatte die UBS im dritten Quartal bereits eine Wertberichtigung in Höhe von rund 3,5 Milliarden Dollar vornehmen müssen. In der Folge war es zu Neubesetzungen im UBS-Vorstand gekommen. Zudem hatte die Bank den Abbau von 1500 Stellen bis zum Jahresende angekündigt. In den ersten neun Monaten verdiente das Traditionshaus mit 6,37 Milliarden Dollar rund 880 Millionen weniger als im Jahr zuvor.

Die Probleme hängen nach Auskunft des Kreditinstituts direkt mit der anhaltenden Krise am US-Markt für zweitklassige Hypothekendarlehen zusammen, die durch die schlechteren Markterwartungen für die Zukunft zusätzlich verschärft worden sei. Die neuen Abschreibungen spiegelten daher "das extreme Verlustpotential" wieder, das zurzeit auf dem Markt für faule Kredite zu beobachten sei. In den USA häufen sich die Fälle, in denen Hausbesitzer mit geringem Einkommen ihre Kredite in Zeiten steigender Zinsen nicht zurückzahlen können. Die entsprechende Neubewertung ihrer US-Subprime-Positionen führen nun zu den zusätzlichen Abschreibungen.

Die UBS will ferner für das Geschäftjahr 2007 die Bardividende durch eine Aktiendividende ersetzen. Statt Bargeld sollen die Aktionäre Bonusaktien im Wert von 4,4 Milliarden Franken erhalten.

Die Aktionäre sollen den Vorschlägen auf einer außerordentlichen Generalversammlung Mitte Februar zustimmen. Zudem will die Bank 36,4 Millionen eigene Aktien im Wert von weiteren zwei Milliarden Franken, die zur Einziehung vorgesehen waren, nun wieder ausgeben.

Insgesamt werde sich das Kernkapital der Bank durch alle Maßnahmen zusammen um 19,4 Milliarden Franken erhöhen, hieß es.

mik/dpa-AFX/Dow Jones/AP/Reuters



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