Umfrage "Leben mit Corona" Junge fürchten den Klimawandel mehr als das Virus

Wie verändert das Virus unser Leben? Eine Umfrage versucht, die Corona-Welt zu erfassen. Dabei zeigen sich zum Teil deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen.
Junge Menschen genießen die Abendsonne in Berlin-Schöneberg: Die Coronakrise erscheint "vergleichsweise überwindbar”

Junge Menschen genießen die Abendsonne in Berlin-Schöneberg: Die Coronakrise erscheint "vergleichsweise überwindbar”

Foto: Christoph Soeder/ DPA

Die Älteren sorgen sich um die Folgen der Corona-Pandemie, die Jungen vor allem um den Klimawandel - dies ist ein Ergebnis der fortlaufenden "Online-Umfrage "Leben mit Corona " vom Berliner International Security and Development Center  und dem Leibniz-Institut IGZ. Die Ergebnisse liegen dem SPIEGEL exklusiv vor.

Demnach halten 50 Prozent der 18-bis 25-Jährigen die Klimaveränderungen für die größte Herausforderung in der Geschichte des Landes. Die über 45-Jährigen nennen dagegen mit 53 Prozent die Pandemie an erster Stelle. Die Aufnahme von Geflüchteten steht abgeschlagen auf Platz 3 mit generationenübergreifend rund 13 Prozent. Terrorismus nennt nur ein Prozent als größte Herausforderung. Für die Studie wurden zwischen dem 23. März und dem 13. April 4036 Menschen online befragt.

"Die Jungen haben noch mehr vor sich – wer sein ganzes Leben mit dem Klimawandel leben muss, dem erscheint die Coronakrise vergleichsweise überwindbar”, sagt Studienleiter Tilman Brück.

Trotz der unterschiedlichen Bewertung nach Altersgruppen würden die Jungen (18 bis 25 Jahre) nach eigener Aussage immerhin fast ein Drittel (30 Prozent) ihres Einkommens opfern, um die Seuche zu stoppen. Bei den über 45-Jährigen sind es durchschnittlich nur noch 18 Prozent des Einkommens - allerdings dürfte dieses Einkommen absolut betrachtet auch deutlich höher liegen als bei den Jungen.

Auch bei den Hamsterkäufen zeigt sich: Je größer die Sorge um Corona, desto mehr Vorräte werden angelegt. Die Zahl der Hamsterkäufer hat sich gleichwohl seit Beginn der Studie deutlich verringert.

In puncto Lebenszufriedenheit äußern sich die Befragten seit Beginn der Coronakrise unverändert positiv. "Der Kessel kocht nicht über, die Deutschen halten dem Druck noch gut stand", sagt Brück.

Dazu passt das hohe Vertrauen der Deutschen in die Bundesregierung (80 Prozent) und die noch stärkere Zustimmung zu den beschlossenen Corona-Maßnahmen (86 Prozent). Beides hat seit Beginn der Krise nur ganz leicht abgenommen. Besonders erstaunlich: Sogar zwei Drittel derjenigen, die sonst wenig Zutrauen in die Bundesregierung haben, unterstützen die Maßnahmen.

caw
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