Lebenshilfe für Frauen Die Uschi-AG

Frauen steht von allem nur das Beste zu, sagt Meike Rensch-Bergner. Dafür müssen Frauen ihrer Meinung nach nur zu Dummchen werden - schon liegen ihnen die Männer zu Füßen. Mit ihrem Ratgeber will die Autorin nicht nur frustrierten Singledamen zu neuem Glück verhelfen, sie plant auch den Aufbau eines Frauen-Imperiums.

Von Julia Maria Bönisch und Carsten Matthäus


"Das Uschi-Prinzip", Meike Rensch Bergner, Droemer-Knaur Taschenbuch, 8,90 Euro

"Das Uschi-Prinzip", Meike Rensch Bergner, Droemer-Knaur Taschenbuch, 8,90 Euro

Hamburg - Blondierte Dauerwelle, billiger Fetzen mit Ausschnitt bis zum Bauchnabel, zentimeterhohe Plateauschuhe: So sehen sie aus, die Uschis dieser Welt. Eigentlich ein mitleiderregendes Schicksal - wäre da nicht die Tatsache, dass Uschis irgendwie besser zurechtkommen mit den Widrigkeiten ihres Lebens. Immer findet sich ein Mann, der Auto oder Spülmaschine repariert und den Wasserkasten in den vierten Stock schleppt. Uschi kriegt, was Uschi will.

Neid erfüllte da die Ökonomin Meike Rensch-Bergner. Sie, nach eigenem Bekunden "laut, selbstbewusst und intelligent", hatte es ungleich schwerer im Leben und musste ihre Wasserkästen tatsächlich immer alleine die Treppe hoch wuchten. Da half nur Eines: Sie musste sich Stück für Stück in eine Uschi verwandeln.

Durch Studien am lebenden Objekt näherte sich Rensch-Bergner dem eigentlich verhassten Typus Uschi an und kam so hinter das Geheimnis dessen Erfolges. In ihrem Buch "Das Uschi-Prinzip" hat sie in sieben goldenen Regeln und viel Bla Bla drumherum ihre Erkenntnisse zusammengefasst.

Parkplätze werden beim Universum bestellt

Paarungswillige Singlefrauen müssen nur noch die Prinzipien befolgen, und - das ist der Preis für ewiges Liebesglück - sich Stück für Stück in eine Uschi verwandeln. Dazu müssen sie fiese Billigbars mit Karaoke besuchen, sich als dummes und technisch ahnungsloses Frauchen geben, eine Uschi-Selbsthilfegruppe gründen und ohne Rücksicht auf Verluste Männer sammeln.

Ach ja, Männer: Im "Uschi-Prinzip" sind sie namenlose Wesen. Entweder sind sie "adäquate Exemplare" oder gleich "Fremdficker", "Pausensnack", "Gartenpisser", "Mitnehmer", "Psycho" oder "Arschloch". Und leicht rumzukriegen sind sie auch. Schließlich sind Uschis Klassefrauen, die einfach jeden haben können.

Uschi-Puppe: "Lecken?"
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Uschi-Puppe: "Lecken?"

Falls der "Mitnehmer" einmal doch nicht so wie Uschi will, hat Oberuschi Rensch-Bergner noch ein paar kreative Tipps parat. Da wäre zum Beispiel der "Tequila-Trick", eine Anmache, die bei jedem Mann funktionieren soll: Uschi bestellt sich einen Tequila an der Bar und sagt zu ihrem Nachbarn: "Hach, ich vergesse immer, wie das mit dem Tequila geht...". Wenn der Mann dann erklärt, sie müsse zuerst ihre Hand anfeuchten, muss Uschi immer mit großen Kulleraugen sagen: "Lecken?"

Peinlich? Egal! Einer Uschi ist jedes Mittel recht, um zu erreichen, was sie verdient. "Ich will wie eine Königin behandelt werden. Dann steht mir wohl eindeutig die Crème de la Crème der Männerwelt zu!"

Rensch-Bergners Leserinnen, ganz vertraulich "Mädels" genannt, werden nach der Lektüre ein ganz neues Lebensgefühl genießen, so das Versprechen. Was zuvor unerreichbar schien, fällt einem als Uschi einfach in den Schoß, das ganze Leben wird ein Kinderspiel. Wünsche soll Uschi einfach beim Universum aufgeben. Das funktioniere mit Parkplätzen ("Liebes Universum, bitte organisiere mir gleich direkt vor meiner Haustür einen Parkplatz. Das wäre ganz wunderbar, danke!") genauso wie mit Männern.

Doch ganz so einfach ist ein Uschi-Dasein nicht. Als Rensch-Bergner und ihren Freundinnen aufging, was es heißt, "eine Uschi zu sein, war klar, dass wir uns disziplinieren müssen". Denn "die Welt ist nicht so wie feuchte Männerfantasien". Man müsse auch mal Opfer bringen: "'Vergesst' mal den Slip oder betont eine besonders hübsche Stelle mit einem abwaschbaren Tattoo. Tragt Schuhe, in denen ihr hilflos durch die Gegend stöckelt."

Hat sich die dankbare Leserin mit Hilfe sämtlicher Klischees zur Vollblut-Uschi gemausert, werden Männer zu Statisten. Wirklich wichtig sind nur die Uschi-Kolleginnen. Rensch-Bergners Unternehmen uschi&uschi vermittelt auf der Homepage gerne den Kontakt. Eine lukrative Firma will die 35-Jährige mit Hilfe der zahlungswilligen Neu-Uschis aufbauen. Der Verkauf von Uschi-Partys, Uschi-Seminaren, Uschi-Schmuck und Uschi-Taschen soll bald gestartet werden.

Lesen Sie in den folgenden Kapiteln, woher die Autorin ihr Selbstbewusstsein nimmt und mit welchen Ideen das Unternehmen uschi&uschi an den Start geht.

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