Lebensmittel Einzelhandel sieht keinen Spielraum für Preiserhöhungen

Gleich mehrere Lebensmittelketten wollen dem Beispiel von Aldi folgen und die Preise anheben. Der Einzelhandel versucht nun, die Verbraucher zu beruhigen. Es gebe gar keinen Spielraum für Preiserhöhungen - der Wettbewerb sei viel zu hart.


Hamburg - Nach den Preiserhöhungen bei Aldi sieht der Einzelhandelsverband HDE kaum Chancen für ähnliche Schritte in der gesamten Branche. "Natürlich hat die Preisentwicklung bei den Discountern, die beim Lebensmittelhandel einen Marktanteil von rund 40 Prozent haben, Signalwirkung für die gesamte Branche", sagte HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr der "Berliner Zeitung". "Aber es gibt auch einen harten Wettbewerb." Nach Pellengahrs Ansicht ist es deshalb noch nicht ausgemacht, ob Preiserhöhungen auf breiter Front am Markt durchsetzbar seien.

Einkauf beim Discounter: Höhere Preise für viele Produkte
DDP

Einkauf beim Discounter: Höhere Preise für viele Produkte

Trotz des Preisanstiegs bei Molkereiprodukten sind laut Pellengahr die Lebensmittelpreise in den vergangenen zwölf Monaten im Schnitt nur zwischen 1,7 bis zwei Prozent gestiegen, was im Rahmen der allgemeinen Inflationsrate liege.

Zuvor hatte die "Lebensmittel-Zeitung" berichtet, Aldi habe bereits in dieser Woche die Preise für 50 Artikel heraufgesetzt. In der Lebensmittelindustrie wird nach Angaben der Zeitung damit gerechnet, dass bis zu 380 Produkte und damit fast die Hälfte des Stammsortiments bei Aldi teurer werden.

Als Grund für die Preiserhöhungen gelten die gestiegenen Beschaffungskosten für den Einzelhandel, da die Hersteller von Lebensmitteln höhere Rohstoff- und Energiepreise geltend machen. Aldi verdiene nicht an den Mehrkosten und werde diese wieder zurücknehmen, sobald es die Beschaffungspreise zuließen, hatte das Unternehmen vergangene Woche mitgeteilt.

kaz/AFP



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