Lebensmittelhandel Börsengang für Rewe möglich

Bei Rewe weht ein neuer Wind: Der zweitgrößte deutsche Lebensmittelhändler hat erstmals einen Börsengang von Konzernteilen als Option bezeichnet. Der langjährige ehemalige Chef Hans Reischl hatte einen solchen Schritt stets ausgeschlossen.


Hamburg - "Wenn man es braucht, sollte man alle Finanzierungsinstrumente verwenden", sagte Rewe-Vorstandssprecher Achim Egner der "Financial Times Deutschland". Zwar gebe es für einen Börsengang auch einzelner Konzernteile derzeit keine Überlegungen. Doch sei ein solcher Schritt die genossenschaftliche Rewe-Gruppe vorstellbar.

Rewe-Chef Achim Egner: "Die Dinge nach vorne bringen"
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Rewe-Chef Achim Egner: "Die Dinge nach vorne bringen"

"Wir müssen jetzt investieren und die Dinge in den nächsten zwei bis drei Jahren nach vorne bringen. Wenn man dazu Finanzierungsinstrumente benötigt, gibt es auch bei unseren Eigentümern, den Genossen, keine Denkbarrieren", sagte Egner.

Die Ankündigung ist nicht weniger als ein radikaler Wechsel in der Geschäftspolitik des Rewe-Konzerns. Der vor über einem Jahr ausgeschiedene langjährige Chef Hans Reischl hatte auch Teil-Börsengänge stets ausgeschlossen.

Der 48-jährige neue Vorstandsvorsitzende Achim Egner wolle mit einem Börsengang die internationale Expansion des nach Edeka zweitgrößten deutschen Lebensmitteleinzelhändlers finanzieren und somit die magere Rendite von 1,5 Prozent steigern, berichtet die "FTD". Künftig solle der Auslandsanteil am Umsatz von derzeit 32 Prozent auf 60 Prozent steigen.

ank/dpa-AFX



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