Lebensmittelpreise Brot- und Backwaren sollen teurer werden

Hohe Energie- und Rohstoffkosten schlagen weiter auf die Lebensmittelpreise: Brot und Brötchen sollen deutlich teurer werden, zahlreiche Großkonzerne wollen ihre Preise anheben. Das würde vor allem die Kunden treffen, die ihr Brot beim Discounter kaufen.


Düsseldorf - Sie steigen unaufhaltsam weiter: Bei Brot und Brötchen drohen erneut deutlichen Preiserhöhung, obwohl Backwaren schon in den zurückliegenden zwölf Monaten teurer geworden sind. Zahlreiche Großbäckereien wollten in den Jahresgesprächen mit den Handelskonzernen höhere Abgabepreise durchsetzen, dabei gehe es um eine Größenordnung von ungefähr zwei bis drei Prozent, schätzt der Präsident des Verbandes Deutscher Großbäckereien, Helmut Klemme. Klemme erwartet harte Preisverhandlungen der Backunternehmen mit den Handelskonzernen, die sich laut Medienberichten heftig gegen Preiserhöhungen stemmen.

Auslage einer Bäckerei: Zahl der kleinen Anbieter sinkt
DDP

Auslage einer Bäckerei: Zahl der kleinen Anbieter sinkt

Die Abgabepreise der Großbäcker an den Handel seien im vergangenen Jahr erstmals seit vielen Jahren um fünf Prozent gestiegen. Für die Verbraucher sei Brot in den vergangenen zwölf Monaten bis September 2008 im Durchschnitt um 7,3 Prozent teuer geworden. Die Differenz sei damit erklärbar, das der Handel selbst höhere Kosten habe und diese auch weitergeben müsse, hieß es.

Besonders groß sei der Bedarf an Preisanhebungen wegen der hohen Energiekosten bei Tiefkühlbackwaren, aber auch bei Kuchen und Teilchen. Bei den Süßwaren seien die gestiegenen Produktionskosten in der Vergangenheit nicht in vollem Umfang an die Handelsketten und damit an die Endkunden weitergegeben worden.

Treffen würden die Preissteigerungen vor allem die Kunden, die ihr Brot beim Discounter kaufen. Denn rund 60 Prozent des 15-Milliarden-Euro Umsatzes mit Brot- und Backwaren in Deutschland entfallen inzwischen auf die Großbäckereien, fünf Milliarden Euro auf größere Filialbäckereien, nur noch zwei Milliarden Euro auf "klassische" Einzel-Bäckereien. Supermärkte und Discounter haben mit günstigen Preisen, immer mehr Brotsorten, Aufbackstationen und zusätzlichen Angeboten in der Tiefkühltheke ihren Marktanteil beim Brot in den vergangenen Jahren immer mehr vergrößert. Gleichzeitig sank die Zahl der kleinen Bäckereien von einst 30.000 auf derzeit noch 14.000.

Zugleich wächst derzeit der Hunger der Bundesbürger auf Brot. Die Einkaufsmengen der Privathaushalte seien im ersten Halbjahr 2008 um fast drei Prozent gestiegen. "In Zeiten steigender Lebensmittelpreise besinnen sich die Verbraucher offensichtlich wieder stärker auf das Brot", sagte Klemme. Schließlich sei es nach wie vor eine der preiswertesten Möglichkeiten, sich zu ernähren.

sam/AP/dpa



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