Lego in der Krise Zurück zu den Steinen

Nach einem desaströsen Weihnachtsgeschäft und dem höchsten Verlust in der Firmengeschichte ziehen die Eigner des Lego-Konzerns die Notbremse. Sie feuerten Unternehmenschef Poul Plougmann und kündigten an, in Zukunft wieder stärker auf die kleinen bunten Steine zu setzen.


Lego-Ausstellung: Stein auf Stein soll wieder die Hauptsache werden
DDP

Lego-Ausstellung: Stein auf Stein soll wieder die Hauptsache werden

Billund - Bei einer überraschend einberufenen Bilanzpressekonferenz gab Kjeld Kirk Kristiansen, der Sprecher der Lego-Eignerfamilie, die sofortige Trennung von Plougmann bekannt. Die zunehmende Konkurrenz von Computerspielen und eine schwache Konjunktur haben dem dänischen Spielwarenkonzern Lego nach einem sehr schlechten Weihnachtsgeschäft 2003 einen Verlust von 1,4 Milliarden Kronen (174 Millionen Euro) eingebracht. Der Umsatz brach um 25,6 Prozent auf 8,5 Milliarden Kronen (1,1 Milliarden Euro) ein.

Legos bisherige Strategie, mit völlig neuen Produkten Wachstum und Gewinne zu sichern, sei fehlgeschlagen, sagte Kristiansen. "Wir werden uns jetzt auf unsere grundlegende Produktidee zurückbesinnen." Plougmann war 1998 an die Unternehmensspitze geholt worden, nachdem Lego in diesem Jahr erstmals seit der Gründung 1938 mit roten Zahlen konfrontiert war. Der neue Chef hatte dem Unternehmen mehrfach wechselnde Sanierungsstrategien mit vielen neuen Hightech-Spielzeugen verordnet. So wurden beispielsweise Figuren aus Disney-Filmen, "Krieg der Sterne" oder Harry Potter ins Sortiment aufgenommen. Kristiansen sagte dazu: "Wir sollten uns mehr auf die Dinge konzentrieren, die wir entscheiden können. Wir können nicht bestimmen, wann ein Film auf den Markt kommt."

Harry-Potter-Set von Lego: "Wir können nicht bestimmen, wann ein Film auf den Markt kommt"

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Plougmann hatte das für die Jahresbilanz zentrale Weihnachtsgeschäft als "schon fast katastrophal" eingestuft. Unter seiner Führung war die Beschäftigtenzahl von 10.000 auf etwa 8000 reduziert worden.

Nach Angaben von Kristiansen verlor Lego im letzten Jahr auf einem generell stagnierenden Weltmarkt für Spielwaren Marktanteile an Konkurrenten. Im Gegensatz zum Umsatzrückgang im Gesamtkonzern habe man bei den Bausteinen als Stammprodukten den Absatz mehr als verdoppeln können. Mit einer neuen Führungs- und Produktstruktur strebt Lego für 2004 ein ausgeglichenes Resultat an.



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