Lehrstunde für Manager al-Qaida als Markenzeichen

Mit einem auf den ersten Blick ungewöhnlichen Thema haben sich die Teilnehmer des Weltwirtschaftsforums beschäftigt. Sie gingen der Fragestellung nach, was Manager vom Terrornetzwerk al-Qaida lernen können.


Gründer des Weltwirtschaftsforums Klaus Schwab: ungewöhnliche Themenauswahl
DPA

Gründer des Weltwirtschaftsforums Klaus Schwab: ungewöhnliche Themenauswahl

Davos - Erörtert wurde das Thema von Antiterror-Experten und führenden amerikanischen Managern. Die Diskussion sorgte auf der einen Seite für Heiterkeit, gab aber auch ernsthafte Einblicke in die Logistik von al-Qaida.

So erklärte Bruce Hoffman, der viel über Terrorgruppen geschrieben hat, dass al-Qaida zu einem der einprägsamsten "Markenzeichen" der Geschichte geworden sei. Hoffman verwies darauf, dass al-Qaida-Führer Osama bin Laden eine Ausbildung in Ökonomie und öffentlicher Verwaltung habe und später im Bauunternehmen seiner Familie praktische Erfahrung gesammelt habe. Von anderen Diskussionsteilnehmern wurden die Methoden des Terrornetzwerks zur Rekrutierung von Mitgliedern mit der Mitarbeiteranwerbung durch die Personalabteilungen großer Unternehmen verglichen.

Gelächter rief die scherzhafte Bemerkung des Chefs von BMC Software, Robert Beauchamp, hervor, Terrorismus sei das einzige, was man amerikanischen Konzernchefs in den letzten 18 Monaten nicht vorgeworfen habe. Und der Vorstandschef von Synoposis, Aart De Geus, ging im Scherz noch einen Schritt weiter: Der größte Unterschied zwischen der Führung eines Unternehmens und einer Terrororganisation sei, dass die Terroristen Leute dazu brächten, für sie zu sterben. "Das haben einige Firmenchefs bislang vergeblich versucht", scherzte De Geus.



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