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COMMERZBANK Letzte Chance?

aus DER SPIEGEL 43/2001

Nachdem der neue Chef der Commerzbank, Klaus-Peter Müller, am vergangenen Montag den Abbau von 3400 Jobs sowie eine Umstrukturierung des Vorstands ankündigte, sackte der Kurs um sieben Prozent ab. Denn von einer radikalen Neuausrichtung des Instituts war keine Rede. Dabei weiß Müller, dass die Commerzbank in allen Geschäftsbereichen zu klein ist, um dauerhaft profitabel zu sein. Fondsmanager und Investoren hatten deshalb erwartet, dass der neue Chef Beteiligungen oder Geschäftsbereiche wie beispielsweise die Vermögensverwaltung verkaufen werde, um mit dem Erlös das zumindest einigermaßen wirtschaftliche Firmenkundengeschäft zu stärken. Doch sie wurden enttäuscht. Dabei wird Müller um drastische Maßnahmen nicht herumkommen. »Er muss die Braut herausputzen, damit sie nicht als ewige Jungfer krepiert«, sagt ein angesehener Frankfurter Fondsmanager. Offenbar gibt es im Markt Hoffnung, dass sich die Bank endlich von ihrer Bauchladenstrategie trennt und sich für eine Fusion oder Übernahme fit macht: Die Aktie legte im Lauf der Woche leicht zu.

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