LGBTQ-Dating-App Grindr will an die Börse

Die Konzerne hinter anderen mobilen Dating-Apps wie Tinder sind längst börsennotiert. Grindr zieht jetzt nach – und will mehr als 380 Millionen Dollar einsammeln.
Smartphone mit einer Screenansicht von Grindr (Archivfoto von 2019)

Smartphone mit einer Screenansicht von Grindr (Archivfoto von 2019)

Foto: Aly Song / REUTERS

Grindr, eine populäre LGBTQ-Dating-Plattform, bereitet einen Börsengang vor. Das US-Unternehmen gab bekannt, dass es sich dafür mit einer speziellen Akquisitionsgesellschaft zusammengeschlossen hat.

Das Unternehmen wird demnach mit 2,1 Milliarden Dollar (zwei Milliarden Euro) bewertet und voraussichtlich 384 Millionen Dollar aus dem Börsengang einnehmen. Mit dem Geld wolle Grindr »die Möglichkeiten, die es der LGBTQ+-Community bietet, weiter ausbauen«, erklärte Unternehmenschef Jeff Bonforte.

Das Start-up wurde 2009 gegründet und ist ein Vorreiter für mobile Dating-Apps. Tinder zum Beispiel gibt es erst seit 2012.

Genehmigung steht noch aus

Grindr ist nach eigenen Angaben profitabel. Es bezeichnet sich selbst als »die weltweit größte Social-Networking-App für Schwule, Bi-, Trans- und Queer-Personen«. Grindr hatte im vergangenen Jahr laut eigenen Angaben durchschnittlich 10,8 Millionen monatliche Nutzer, von denen die meisten 35 Jahre alt oder jünger sind.

Der Zusammenschluss von Grindr mit einer sogenannten Special Purpose Acquisition Company (SPAC) steht demnach noch unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigung und wird voraussichtlich in der zweiten Hälfte dieses Jahres vollzogen. SPACs werden gegründet, um von Investoren Geld einzusammeln und damit dann ein zuvor noch nicht bekanntes Unternehmen an die Börse zu bringen.

Grindr befand sich zuvor im Besitz der chinesischen Gruppe Beijing Kunlun Tech. Diese verkaufte die App im Jahr 2020 unter dem Druck der US-Behörden, die befürchteten, dass der mögliche Missbrauch der Daten ein Risiko für die nationale Sicherheit darstellen könnte, an Investoren. Die Grindr-App verschwand Anfang des Jahres im Zuge einer vorgeblich dem Datenschutz dienenden Löschkampagne der chinesischen Internetbehörde aus mehreren App-Stores in China.

Im vergangenen Dezember verhängten norwegische Behörden wegen Datenschutzverstößen eine Geldstrafe von mehr als sechs Millionen Euro gegen das Unternehmen. Grindr legte dagegen Berufung ein.

mamk/Reuters