Lidl gibt nach Mehr Müsli in der Packung

Weil die Dose nur etwa halb voll war, prämierte die Verbraucherzentrale das Crownfield Bircher Müsli von Lidl als »Mogelpackung«. Nun soll sich das ändern – doch erst ab November müssen die Packungen voller sein.
Verbraucherschützer hatten Lidl zunächst wegen der Täuschung von Verbrauchern abgemahnt und dann Klage eingereicht

Verbraucherschützer hatten Lidl zunächst wegen der Täuschung von Verbrauchern abgemahnt und dann Klage eingereicht

Foto: Waldmüller / IMAGO

Lidl hat nach Angaben von Verbraucherschützern im Streit über den Verkauf von nur gut zur Hälfte befüllten Müslipackungen nachgegeben. Das Unternehmen habe versichert, die Müsli-Dose der Marke Crownfield künftig mit größerer Füllmenge zu verkaufen, erklärte die Verbraucherzentrale Hamburg am Dienstag. Die Verbraucherschützer hatten Lidl zunächst wegen der Täuschung von Verbrauchern abgemahnt und dann Klage eingereicht.

Laut Verbraucherzentrale verteilten sich bei dem fraglichen Produkt bislang 400 Gramm Müsli auf etwas mehr als die Hälfte der Dose, während der Rest der Verpackung leer blieb. »Und das sind nach unseren Messungen rund neun bis zehn Zentimeter der Dosenhöhe«, schreibt die Verbraucherzentrale Hamburg in einer Mitteilung . »Das ist nicht nur ärgerlich für Verbraucher und Verbraucherinnen, sondern auch für die Umwelt«, erklärte Armin Valet von der Verbraucherzentrale. Das Vortäuschen einer größeren Füllmenge sei zudem laut Eichgesetz verboten.

Oft würden sich Hersteller damit rechtfertigen, dass Packungen aus produktionstechnischen Gründen nicht gänzlich zu befüllen seien, schreibt die Verbraucherzentrale. »Wir haben daher die Schüttdichte des Bircher Müslis messen lassen.« Diese würde berücksichtigen, dass das Müsli beim Abfüllen ein größeres Volumen einnimmt, während es bei Transport und Lagerung zusammengerüttelt werde. Bei dem Müsli könne das jedoch ausgeschlossen werden: »Selbst, wenn wir ein ›Zusammenrütteln‹ berücksichtigen, ist die Lidl-Dose nicht einmal zu 60 Prozent gefüllt.«

Aufbrauchfrist bis November

Lidl hatte offenbar bereits nach der Abmahnung durch die Verbraucherschützer reagiert: Bei Stichprobenkontrollen stellten diese fest, dass in der gleichen Dosengröße plötzlich 470 Gramm Müsli abgefüllt wurden. Auch die 400-Gramm »Luftpackungen« seien jedoch nach wie vor im Umlauf, erklärte die Verbraucherzentrale. Lidl habe noch eine »Aufbrauchfrist« bis Ende November.

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat sich den Kampf gegen Verbrauchertäuschung durch irreführende Verpackungen auf die Fahne geschrieben. Sie vergibt etwa einen Negativpreis für die »Mogelpackung« – der im Monat Mai an das Müsli von Lidl ging.

ani/AFP
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