Liechtenstein Staatsanwaltschaft ermittelt auch gegen Treuhänder der LGT

Erst Privatleute, dann Bankangestellte in Deutschland - jetzt auch Mitarbeiter in Liechtenstein: Die Bochumer Staatsanwaltschaft ermittelt auch gegen Treuhänder aus dem Fürstentum.

Hamburg - "Wir ermitteln gegen Personen aus Liechtenstein wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung", sagte der Sprecher der Bochumer Staatsanwaltschaft, Bernd Bienioßek. Deshalb statten die Steuerfahnder derzeit nicht nur mutmaßlichen Steuerhinterziehern in Deutschland, sondern auch Mitarbeitern der LGT-Bank in Liechtenstein Besuche ab. Sie stehen im Verdacht, Beihilfe zur Steuerhinterziehung geleistet zu haben.

Die wohl größte Steueraffäre der Bundesrepublik war durch Kontodaten der Liechtensteiner LGT-Bank ins Rollen gekommen, die der Bundesnachrichtendienst (BND) einem Informanten abgekauft hat. Mehrere hundert vermögende Deutsche sollen mit Geldanlagen in Stiftungen über die Bank LGT Group Steuern hinterzogen haben. Auftakt zu bundesweiten Razzien waren die Durchsuchungen der Privat- und Büroräume des inzwischen zurückgetretenen Post-Chefs Klaus Zumwinkel.

Bei den Ermittlungen gegen Treuhänder handelt es sich um drei Fälle. Diese Treuhänder sollen tief in das System der Steuerhinterziehung verwickelt sein - das belegen Gesprächsnotizen, die das Verschleierungssystem belegen sollen. Allerdings dürfen deutsche Fahnder in Steuersachen in Liechtenstein nicht ohne weiteres ermitteln, das Fürstentum gewährt in solchen Fällen im Allgemeinen auch keine Rechtshilfe.

Nach Privatpersonen waren in den vergangenen Tagen auch verstärkt die Niederlassungen verschiedener Banken ins Visier der Ermittler geraten. Neben den Münchener Niederlassungen der Schweizer Großbank UBS und der Dresdner Bank waren auch das Bankhaus Metzler und die Privatbank Hauck & Aufhäuser von Razzien betroffen. Außerdem wurden die Wohn- und Diensträume des bayerischen Landesbeauftragten für den Datenschutz, Karl-Michael Betzl, durchsucht. Betzl hatte daraufhin angekündigt, er lasse sein Amt bis zur Klärung der Vorwürfe ruhen.

Die Steuerfahnder wollen in den nächsten Tagen vor allem die bei den bisherigen Durchsuchungen sichergestellten Daten auswerten. Am Dienstag will die Staatsanwaltschaft in Bochum eine Zwischenbilanz ziehen.

sam/dpa/ddp

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