Live-Ticker Aktuelle Streiknachrichten im Überblick


+++ Umstrittene Notdienste - GDL geht in Berufung +++

[17:05] Die Lokführergewerkschaft GDL will die Entscheidung des Arbeitsgerichts Berlin nicht akzeptieren. Die Berufung werde noch heute beim Landesarbeitsgericht eingelegt, teilte die Gewerkschaft mit. Das Arbeitsgericht hatte der Bahn erlaubt, Mitarbeiter für "Notdienste" einzusetzen. Laut GDL wird damit das Streikrecht "konterkariert".

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+++ Bahn: Zwei Drittel der Regionalzüge sind gefahren +++

[16:50] Die Deutsche Bahn hat heute trotz Streiks etwa zwei Drittel der Regionalzüge fahren lassen. Es sei "nicht nachvollziehbar", dass die GDL von einem vollen Erfolg ihrer Aktionen spreche, sagte Bahn-Vorstand Karl-Friedrich Rausch. Regional seien die Streikfolgen allerdings sehr unterschiedlich gewesen. In Bayern und Nordrhein-Westfalen seien je 60 Prozent der sonst üblichen Nahverkehrszüge gerollt, in Baden-Württemberg sogar 70 Prozent. Dagegen habe die Quote in Mecklenburg-Vorpommern nur bei 20 Prozent gelegen.

+++ Gericht: Notdienste für Lokführer zulässig +++

[15.08] Das Arbeitsgericht Berlin hat einen Antrag der GDL zurückgewiesen, mit dem sie verhindern wollte, dass streikbereite Arbeitnehmer zu Notdienstarbeiten herangezogen werden können. Einem Antrag der Gewerkschaft auf einstweilige Verfügung gab das Gericht nicht statt. "Die Zurückweisung beruht darauf, dass das Arbeitsgericht die für den Erlass einer einstweiligen Verfügung erforderliche Dringlichkeit nicht gesehen hat." Die GDL habe den gleichen Antrag nämlich zuvor beim Arbeitsgericht Frankfurt am Main gestellt, dort aber zurückgenommen. Deswegen ist die Dringlichkeit für den jetzt beim Arbeitsgericht Berlin gestellten Antrag nicht anerkannt worden. Die Bahn sprach von 250 Notdiensten, um Bahnhöfe von blockierten Zügen zu befreien. Die GDL wollte zunächst die schriftliche Begründung des Urteils abwarten, um dann gegebenenfalls Beschwerde einzulegen.

+++ GDBA wirft GDL Fahrlässigkeit vor +++

[14:15] Die Verkehrsgewerkschaft GDBA wirft der Lokführergewerkschaft GDL vor, im Tarifstreit gar keine Einigung zu wollen. "Es ist mir völlig unverständlich, wie man zu einem ganztägigen Warnstreik aufrufen kann, wenn gleichzeitig schon seit Tagen fest stand, dass es am Vorabend ein entscheidendes Gespräch mit dem Aufsichtsrat geben wird", sagt GDBA-Chef Klaus-Dieter Hommel. "Die GDL geht mit dem hohen Gut des Streikrechts mehr als fahrlässig um. Der Konkurrenzgewerkschaft gehe es offensichtlich um einen "persönlichen Rachefeldzug gegen Bahnchef Mehdorn". Dazu passe auch, dass es angeblich nicht möglich gewesen sei, gestern um 20 Uhr den sechs Stunden später beginnenden Warnstreik abzusagen.

+++ Überfüllt - Fahrgäste von Bussen und U-Bahnen bleiben stehen +++

[14.04] Wegen überfüllter Busse und U-Bahnen haben die Berliner Verkehrsbetriebe zeitweise Fahrgäste an Haltestellen stehen lassen müssen. BVG-Sprecherin Petra Reetz sagte, Hintergrund sei der Streik bei S-Bahn und Regionalbahnen. Deshalb habe es auf drei U-Bahn-Linien deutlich mehr Verkehr als üblich gegeben. "Wir sind an unsere Grenzen gestoßen." Für die stehen gelassenen Fahrgäste sei dies jedoch einigermaßen erträglich gewesen, da die Bahnen im Vier-Minuten-Takt gefahren seien.

+++ Jahreshoch bei Mitfahrzentralen +++

[12:45] Mitfahrzentralen verzeichnen eine stark gestiegene Nachfrage. "Wir haben in den vergangenen 24 Stunden einen der stärksten Tage des Jahres erlebt", sagt Martin Buske, der Geschäftsführer von mitfahrzentrale.de. Normalerweise habe seine Seite 30.000 bis 40.000 Besucher pro Tag, nun seien es um die 60.000.

+++ Bundesrat stimmt gegen Bahnprivatisierung +++

[12:25] Der Bundesrat lehnt den Entwurf der Bundesregierung zur Bahnprivatisierung ab. Die Länder fürchten, dass die Interessen von Privatanlegern den Grundgesetzauftrag zu einer flächendeckenden Schienen-Versorgung gefährden könnten. Die Stellungnahme des Bundesrats wird jetzt an den Bundestag übersandt. Am Ende müssen beide Kammern der Teilprivatisierung zustimmen.

+++ Ansturm auf Taxis +++

[12:10] Taxiunternehmen melden Rekordaufträge. "Die Anzahl der Fahrten hat sich verdoppelt oder verdreifacht", sagt ein Fahrer in München. Normalerweise liege die Auslastung bei 30 Prozent. "Jetzt dürfte sie bei 100 Prozent liegen." Auch in Frankfurt am Main ist der Ansturm groß. "Wir haben zwei Mitarbeiter am Hauptbahnhof, die Kunden mit ähnlichen Fahrzielen vorschlagen, sich ein Taxi zu teilen", sagt ein Unternehmer.

+++ GDL-Chef wertet Streik als "vollen Erfolg" +++

[11.48] Die GDL weist die Forderungen der Bahn nach einem sofortigen Abbruch des am Morgen begonnenen Streiks zurück. GDL-Chef Schell bekräftigte am Mittag in, dass der Streik bis Mitternacht fortgesetzt wird. Den bisherigen Verlauf des Streiktages wertete Schell als "vollen Erfolg". Schell forderte die Bahn auf, am Montag ein "tragfähiges Angebot" vorzulegen. Er erwarte ein Angebot, auf dessen Grundlage erfolgreich über einen eigenen Tarifvertrag für die Lokführer verhandelt werden kann, sagte Schell. Die Tarifauseinandersetzung sei nicht mit Streiks oder Verweigerungshaltung zu gewinnen.



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