Lkw-Ehe DaimlerChrysler vereinbart drittes Joint Venture in China

Der Stuttgarter Autohersteller DaimlerChrysler wird seinen Lkw-Bestseller Actros künftig auch in China fertigen. Möglich wurde dies durch die direkte Beteiligung am chinesischen Nutzfahrzeughersteller Beiqi Foton - unter Umgehung der chinesischen Vorschriften.


Shanghai - Die Beiqi Foton Motor Co kündigte heute an, sie werde DaimlerChrysler 297 Millionen Aktien im Wege einer Privatplatzierung übertragen. Weitere 129 Millionen Aktien übernimmt die Beiqi-Foton-Muttergesellschaft Beijing Automotive Industry Holding Co.

Wie das "China Securities Journal" berichtet, erwirbt DaimlerChrysler damit eine 24-prozentige Beteiligung und wird zweitgrößter Aktionär von Beiqi Foton. Der in Peking ansässige Nutzfahrzeughersteller hat im vergangenen Jahr mehr als 310.000 Fahrzeuge produziert. DaimlerChrysler zahlt für die Anteile 817 Millionen CNY und Beijing Automotive 355 Millionen CNY.

Mit dem direkten Einstieg bei Beiqi Foton füllt DaimlerChrysler ein Joint-Venture-Abkommen mit Beijing Automotive aus dem Jahr 2003 mit Leben. Vereinbart war seinerzeit die Bildung eines paritätisch geführten Gemeinschaftsunternehmens mit Beiqi Foton, das sowohl das Modell Actros von Mercedes-Benz als auch Lkw der Foton-Marke Auman fertigen sollte.

DaimlerChrysler konnte das Vorhaben bisher deshalb nicht umsetzen, weil China die Zahl der Joint Ventures von ausländischen Kfz-Herstellern in seinem Land mittlerweile im Bereich Pkw und Nutzfahrzeuge auf jeweils zwei begrenzt hat. DaimlerChrysler unterhält allerdings bereits ein Lkw- und ein Bus-Joint-Venture. Mit einer direkten Beteiligung bei Beiqi Foton umgeht der Stuttgarter Konzern diese Beschränkung nun.

mik/Dow Jones

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