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Rohstoffe Lobby kämpft trotz Getreideknappheit für Biosprit

aus DER SPIEGEL 26/2022

Trotz globaler Nahrungsmittelengpässe kämpft die Biokraftstofflobby für die Verwendung von Getreide für Benzin und von Ölen für Diesel. Die Sicherung der Energieversorgung sei so komplex, »dass wir uns alle Optionen offenhalten sollten«, sagt Jaana Kleinschmit von Lengefeld, Deutschlandchefin beim US-Nahrungsmittel- und Agrarkonzern Archer Daniels Midland und Präsidentin des Ölsaatenverbandes Ovid.

Aus: DER SPIEGEL 26/2022

Der Kaltmacher

Lange profitierte Deutschland von billigem russischem Gas. So sehr, dass man es mit der Energiewende nicht mehr eilig hatte. Rekonstruktion einer verhängnisvollen Gasliebe, die im Winter eiskalt enden könnte. Was auf das Land zukommt, erklärt Wirtschaftsminister Habeck im SPIEGEL-Gespräch.

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Die Branche verfüge über ein »funktionierendes System« aus Biokraftstoffen aus Öl und Ethanol: »Vielleicht haben wir als Lobby versagt, das klarzumachen.« Durch den Regierungswechsel habe sich die Lage für die Industrie verschlechtert. »Wer glaubt, dass durch ein Abwürgen der Biokraftstoffe in Deutschland auch nur ein Liter mehr Speiseöl im Regal steht, der verkennt die Realität«, so Kleinschmit.

Bei der Produktion von Biokraftstoff entstünden pro Liter gut 1,5 Kilogramm Pflanzenprotein, das als Tierfutter und künftig in pflanzlichen Lebensmitteln eingesetzt werde. Mit dem Ukrainekrieg waren Ölsaaten- und Biosprit-Anbieter unter Druck geraten: Die Welthungerhilfe forderte einen Produktionsstopp. Die Umweltministerkonferenz von Bund und Ländern beschloss im Mai, Biosprit solle mittelfristig nur noch aus Reststoffen hergestellt werden.

mmq
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