Lockvogelangebote Verbraucherschützer klagen gegen Plus

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen wirft der Supermarktkette Plus vor, Kunden mit Lockvogelangeboten gezielt getäuscht zu haben. Er verlangt deshalb ein drastisches Ordnungsgeld und will dem Unternehmen sogar Gewinne streitig machen.


Plus-Logo: Verbraucherschützer wollen von der Supermarkt-Kette ein saftiges Ordnungsgeld kassieren.

Plus-Logo: Verbraucherschützer wollen von der Supermarkt-Kette ein saftiges Ordnungsgeld kassieren.

Düsseldorf - Im vergangenen Juli machten die Verbraucherschützer in den Plus-Filialen einen Test: Zu dieser Zeit lockten die Märkte gerade mit Rabatten in Höhe von 50 Prozent auf mehr als 1000 Artikel. Laut des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (vzbv) seien diese Produkte jedoch schon am ersten Tag des Angebotes und unmittelbar nach Öffnung der Geschäfte vergriffen gewesen, weder der CD-Player für 33,33 Euro noch der "Relax-Stuhl" für 19,99 Euro. Auch per Hotline seien diese Produkte nicht mehr zu kaufen gewesen.

Neu ist der Vorwurf nicht: Supermärkte ködern die Kunden mit so genannten "Lockvogelangeboten" in die Läden, obwohl diese Waren schon vergriffen sind oder nie in den Regalen lagen. Im März 2002 hatte das Oberlandesgericht Düsseldorf der Supermarkt-Kette Plus verboten, Aktionsware anzubieten, die nicht mindestens zwei Tage vorrätig ist.

Nach den Tests im vergangenen Juli beantragte der Bundesverband der Verbraucherzentralen beim Landgericht Duisburg ein Ordnungsgeld. Denn es habe sich eindeutig um unerlaubte Lockvogelangebote gehandelt, so Verbraucherschutz-Sprecher Carel Mohn. Plus habe damit erneut gegen das Urteil von März 2002 verstoßen. Der Verband hofft nun auf eine Strafzahlung von mindestens 250.000 Euro. Außerdem wird geprüft, die seit Juli rechtlich mögliche Gewinnabschöpfung geltend zu machen. Diese besagt: Wenn Geschäfte die Verbraucher durch irreführende Werbung täuschen, müssen die erzielten Beträge an den Bundeshaushalt weitergegeben werden.

Ein Plus-Sprecher sagte, ihm seien die Vorwürfe noch nicht bekannt. Die zur Tengelmann-Gruppe gehörende Kette sei stets bemüht, Aktionsware zwei Tage lang vorrätig zu halten.



© SPIEGEL ONLINE 2004
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.