Lohnrunde im öffentlichen Dienst Schily droht mit Kündigungen

Trotz Konjunkturflaute will die Gewerkschaft Verdi für die 2,8 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst bei der anstehenden Lohnrunde mehr als drei Prozent herausholen. Innenminister Otto Schily fordert Zurückhaltung, ansonsten seien Kündigungen unvermeidlich.


Führt die Verhandlungen auf Seiten von Verdi: Verdi-Chef Bsirske
AP

Führt die Verhandlungen auf Seiten von Verdi: Verdi-Chef Bsirske

Bremen - Der neue Tarifvertrag solle eine Laufzeit von zwölf Monaten haben. Zudem forderte Verdi eine Angleichung der Löhne und Gehälter in Ostdeutschland an das Westniveau bis 2007.

Die Tarifverhandlungen beginnen am 15. November in Stuttgart. Insgesamt betreffen sie nach Gewerkschaftsangaben rund 4,5 Millionen Beschäftigte, da ein etwaiger Tarifabschluss unter anderem auch für die Beschäftigten der Kirchen und Wohlfahrtsverbände gälte.

Der zuletzt im Jahr 2000 erzielte Abschluss sah eine Lohn- und Gehaltserhöhung im ersten Jahr um zwei Prozent und im folgenden Jahr um 2,4 Prozent vor. Zudem wurden die Ostbezüge in zwei Stufen von anfänglich 86,5 Prozent auf nun 90 Prozent des West-Niveaus erhöht.

Bundesinnenminister Otto Schily hält eine Tariferhöhung von drei Prozent und mehr im Öffentlichen Dienst hingegen für untragbar. Falls es dazu käme, seien betriebsbedingte Kündigungen unvermeidbar, so der Minister am Dienstag in Berlin.

Schily sagte im Namen aller öffentlichen Arbeitgeber, wenn die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi für den öffentlichen Dienst eine Einkommenserhöhung von deutlich über drei Prozent fordere, sei das nicht zu schultern.



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