Lokführergewerkschaft GDL fordert 6,5 Prozent mehr Lohn

Im letzten Jahr haben sie monatelang gestreikt, dieses Jahr geben sie sich moderat: Die Lokführergewerkschaft GDL will 6,5 Prozent mehr Gehalt - deutlich weniger als die Konkurrenzgewerkschaften Transnet und GDBA.


Königswinter - Sie ist zurückhaltender als erwartet: Die Lokomotivführergewerkschaft GDL geht mit der Forderung nach 6,5 Prozent mehr Gehalt in die anstehende Tarifrunde der Deutschen Bahn. Zudem verlangen die Lokführer deutliche Verbesserungen bei der Arbeitszeitregelung, wie Hauptvorstand und Tarifkommission der GDL am Montag in Königswinter mitteilten. Damit liegt die GDL deutlich unter der Forderung der Eisenbahngewerkschaften Transnet und GDBA. Diese präsentierten dem Konzern am Montag eine zehnprozentige Forderung.

Auch Lokführer müssten an dem wirtschaftlichen Erfolg der Bahn teilhaben, sagte GDL-Chef Claus Weselsky. Allerdings berücksichtige die Gewerkschaft auch die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Nach dem Willen der GDL soll in dieser Tarifrunde vor allem den Belastungen des Fahrpersonals im Schicht- und Wechseldienst Rechnung getragen werden. So enthält der Katalog neben verbesserten Ruhetagsplänen auch einen zwölfprozentigen Arbeitszeitzuschlag in der Zeit zwischen 22 und sechs Uhr. Zudem sollen Schichtlängen auf zwölf Stunden begrenzt werden, bislang sind es laut GDL 14 Stunden.

Der Entgelttarifvertrag läuft am 31. Januar 2009 aus. Im letzten Tarifkonflikt von Bahngewerkschaften und Konzern hatte die GDL bis zu 30 Prozent höhere Gehälter gefordert, während die Tarifgemeinschaft von Transnet und GDBA zunächst 4,5 Prozent mehr Lohn durchsetzte. Die Konkurrenz der beiden Gewerkschaftslager führte zu einem beinahe ein Jahr dauernden Tarifkonflikt, der im Januar 2008 mit Lohnzuwächsen von insgesamt elf Prozent endete.

sam/AP



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