Luftfahrt British Airways will Iberia kaufen

Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber war die spanische Fluglinie zu teuer - dafür macht jetzt wohl British Airways das Rennen. Die britische Firma will gemeinsam mit Finanzinvestoren die Iberia kaufen - und so zur größten Fluglinie Europas aufsteigen.

London - Zu der Bietergruppe gehörten zudem die Fonds Vista Capital, Ibersuizas und Quercus Equity, teilte ein British-Airways  -Sprecher heute mit. Noch sei jedoch offen, ob tatsächlich ein Angebot vorgelegt werde. Eine alleinige Offerte lehne das Unternehmen ab.

Bereits gestern hatte die Nachrichtenagentur Europa Press unter Berufung auf mit dem Geschäft vertraute Personen über das Vorhaben berichtet. TPG   und ihre Partner hatten Ende März eine vorläufige Offerte von 3,4 Milliarden Euro für Iberia   vorgelegt.

TPG hatte der Madrider Börsenaufsicht CNMV schon vor zwei Monaten eine Offerte für Spaniens größte Airline angekündigt. Die Amerikaner suchten jedoch bisher nach spanischen Partnern. Denn Iberia kann seine internationalen Flugrechte nur behalten, wenn Spanier die Mehrheit des Kapitals besitzen. Laut der Wirtschaftszeitung Cinco Días machen bei dem nun von TPG gebildeten Konsortium drei spanische Beteiligungsgesellschaften mit: Vista Capital, Quercus und Ibersuizas.

Die Initiative für eine Übernahme geht von Iberia selbst aus. Seit Anfang des Jahres ist das Unternehmen auf der Suche nach einem finanzstarken Partner. Denn die Finanzinstitute Caja Madrid und BBVA wollen bereits seit längerem ihre Aktienpakete abstoßen, um ihre Expansion im Ausland voranzutreiben. BA hat als größter Aktionär ein Vorkaufsrecht, weswegen es für TPG wichtig war, die Briten auf ihre Seite zu bekommen.

Das Zusammengehen von British Airways und Iberia bildet nach Einschätzung von Experten nur den Anfang einer Konsolidierungswelle der europäischen Flugindustrie. Angestachelt wird die Kauflaune durch das Open-Sky-Abkommen zwischen der EU und den USA, das im Herbst in Kraft tritt. Auf Grundlage des Vertrags dürfen Maschinen beliebig von einem Punkt zum anderen über den Atlantik fliegen - unabhängig davon, aus welchem EU-Land sie stammen.

mik/AFP/Reuters

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