Luftfahrt-Krise Auch Lufthansa lässt Federn

Nach den Terroranschlägen und der Swissair-Pleite wird die Luft für die Fluglinien dünn: Iberia will 6000 Stellen streichen, bei KLM stehen Entlassungen und Kurzarbeit an, City Bird ist pleite. Auch die Lufthansa spart beim Personal.


Nicht mehr im Steigflug: Auch die Lufthansa leidet unter der Terror-Krise

Nicht mehr im Steigflug: Auch die Lufthansa leidet unter der Terror-Krise

Köln/Madrid/Amsterdam - Zwar wolle die Kranich-Linie niemandem kündigen, sagte eine Sprecherin am Nachmittag. Frei werdende Stellen würden aber nicht mehr besetzt. Von der Maßnahme seien vor allem die rund 14.000 Flugbegleiter der Linie betroffen. Weitere Einschnitte im Strecken-Netz der Lufthansa und Preissteigerungen bei den Tickets seien nicht ausgeschlossen.

Im Verlauf des Donnerstags hatten andere europäische Luftfahrt-Riesen eigene Sparpläne bekannt gegeben. Bei der spanischen Iberia sollen die Zeitverträge von 3170 Mitarbeitern nicht verlängert werden, weitere 3000 Beschäftigte würden wahrscheinlich entlassen, teilte Iberia-Präsident Xabier de Irala mit. Damit wären rund 20 Prozent der insgesamt 29.000 Mitarbeiter von den Stellenstreichungen betroffen.

Nicht ganz so dramatisch sieht die Lage bei KLM aus: 3000 Mitarbeiter sollen entlassen, 12.000 in die Kurzarbeit geschickt werden, gab die niederländische Airline bekannt. Zugleich will KLM Zeitverträge nicht verlängern und keine neuen Mitarbeiter einstellen. Mit den Beschäftigten und den Gewerkschaften werde über umfangreiche Gehaltskürzungen gesprochen.

Seit den Terroranschlägen habe das Unternehmen 50 Millionen Euro weniger umgesetzt als geplant, hieß es weiter. Die Flüge seien im September nur noch zu 76,7 Prozent ausgelastet gewesen - im letzten Jahr habe die Quote noch bei 81,6 Prozent gelegen.

Mit Beginn des Winterflugplanes am 28. Oktober will KLM Flüge streichen und kleinere Flugzeuge einsetzen, um weitere Kosten zu sparen. Insgesamt solle die Zahl buchbarer Sitze um 15 Prozent reduziert werden. Nur die Kapazitäten für Fracht sollen nahezu unverändert bleiben.

In Neuseeland ist derweil der Staat eingesprungen, um die Air New Zealand aus ihrer finanziellen Notlage zu retten. Wie Finanzminister Michael Cullen bekannt gab, übernimmt die Regierung 83 Prozent der Fluglinie. Für diese Mehrheitsbeteiligung an seiner National-Airline zahlt Neuseeland umgerechnet 752 Millionen Mark.

City Bird landet vor Konkursgericht

Fast keine Hoffnung mehr gibt es für die Stellen der 640 Mitarbeiter des belgischen Charterfliegers City Bird, nachdem das Brüsseler Handelsgericht am Donnerstagnachmittag den Konkurs der Gesellschaft erklärt hat. Vor einer Woche hatte der Oberurseler Touristikkonzerns Thomas Cook überraschend bekannt gegeben, er wolle die finanziell schwer angeschlagegene Gesellschaft nicht wie geplant übernehmen und sanieren. Thomas Cook gehört zur Lufthansa und zu Karstadt-Quelle.



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