Luftfahrt-Krise British Airways will 7000 Stellen streichen

Auch British Airways reagiert nun auf den erwarteten Rückgang im globalen Flugverkehr. Die Gewerkschaften befürchten bereits das Ende der Airline.


Eine Boeing 747 der British Airways
REUTERS

Eine Boeing 747 der British Airways

London - "Wir sind mit einer außergewöhnlichen Situation konfrontiert und müssen deshalb harte Entscheidungen treffen", sagte BA-Chef Rod Eddington. Bereits vor zwei Wochen gab British Airways (BA) Chart zeigen die Streichung von 1800 Stellen bekannt, nun kommen 5200 weitere hinzu.

Die Gewerkschaften sprachen von einer "schockierenden Nachricht." Die Fluggesellschaft hätte abwarten sollen, ob die Regierung zu finanziellen Stützungsmaßnahmen bereit sei. "Ich hoffe, dies ist nicht der Anfang vom Ende von British Airways", sagte Gewerkschaftsführer Roger Lyons.

BA hat weltweit 62.000 Beschäftigte. Die Stellenkürzungen sollen so weit wie möglich durch das freiwillige Ausscheiden von Mitarbeitern erreicht werden, teilte die Fluggesellschaft mit. Noch am Donnerstag sollten die Verhandlungen mit den Gewerkschaften aufgenommen werden.

Experten berichteten seit Tagen von einem "massiven Rückgang" bei den Ticketverkäufen auf der Transatlantikroute. "Der Markt ist zusammengebrochen", sagte der Fachreporter der BBC am Donnerstag. Zudem müsse BA gegenwärtig die Kosten von umgerechnet 100 Millionen Mark (49 Millionen Euro) für die Umrüstung der Concorde-Flotte verdauen.

BA will 20 Flugzeuge der Typen Boeing 747-200 und Boeing 767 vorzeitig stilllegen und seine Flugtätigkeit insgesamt um zehn Prozent kürzen. Die Gesellschaft hatte sich unter Eddington bewusst auf das "obere Ende" - besonders komfortable und damit teure - Flüge in die USA und nach Kanada konzentriert. Sie dürfte nach Ansicht von Experten von der jüngsten Entwicklung "schwer getroffen" werden. "Der Transatlantikverkehr war eine Goldmine. Jetzt ist er zu einer Last geworden", sagte ein Experte der Fachzeitschrift "Flight International".

Der britische Konkurrent Virgin Atlantic des Unternehmers Richard Branson hatte vor zwei Tagen die Streichung von 1200 der insgesamt 9000 Stellen angekündigt. Branson soll nach einem Bericht der "Times" (Donnerstagausgabe) überlegen, ob seine Fluggesellschaft die georderten zehn Flugzeuge vom Typ Airbus A340-600 wieder abbestellen soll. In Fachkreisen in London hieß es, mit den Maßnahmen werde bei Virgin Atlantic ein 17 Jahre währender Expansionskurs beendet.



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