Luftfahrt Schröder will Versicherern Druck machen

Bundeskanzler Gerhard Schröder will nicht weiter als Großrückversicherer für die Fluggesellschaften auftreten. Deshalb will er sich dafür einsetzen, dass bis Ende Januar neue Policen zwischen Fluggesellschaften und Versicherungen ausgehandelt werden.


Staat als Rückversicherer: Landender Lufthansa-Jumbo
AP

Staat als Rückversicherer: Landender Lufthansa-Jumbo

Frankfurt am Main - Auf einer Betriebsversammlung der Deutschen Lufthansa sicherte Schröder vor rund 3000 Zuhörern zu, dass entgegen der ursprünglichen Planungen keine Gebühren für die bis zum 31. März laufenden Staatsgarantien erhoben werden.

In den nächsten zwei bis drei Monaten müssten sich alle Beteiligten auf einen Sicherheits- und Wettbewerbskodex sowie eine Haftungsvereinbarung einigen. Auf die von Lufthansa-Offiziellen geforderte Rückzahlung der Einbußen von 182 Millionen Euro durch die Folgen des 11. September ging Schröder nicht direkt ein. Man könne hier nicht nach dem Finanzminister rufen, sondern müsse dafür sorgen, dass die Rahmenbedingungen stimmten. Klar sei, dass die Lufthansa nicht schlechter gestellt werden dürfe als ihre europäischen Konkurrenten.

Deshalb werde die Bundesregierung auf europäischer Ebene alles dafür tun, Wettbewerbsverzerrungen zu verhindern. Ausdrücklich lobte Schröder das Einigungsmodell der Fluggesellschaft mit der Gewerkschaft Verdi. Die Tatsache, dass Kündigungen verhindert worden seien, sei "aktive Solidarität". Hier könnten sich andere Unternehmen ein Beispiel nehmen.



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