Lufthansa-Aktie Börse belohnt Swiss-Übernahme

Die Übernahmeverhandlungen zwischen der Lufthansa und der Swiss werden an der Börse begeistert aufgenommen. Die Aktienkurse beider Gesellschaften steigen, das Swiss-Papier legt sogar zweistellig zu.


Swiss-Flugzeuge: Warten auf den Segen der Kartellbehörden
AP

Swiss-Flugzeuge: Warten auf den Segen der Kartellbehörden

Zürich/Frankfurt am Main - Am Montagmorgen war die Swiss-Aktie mit 11,90 Franken bewertet, 14,4 Prozent höher als am Freitag. Die Lufthansa-Aktie Chart zeigen eröffnete mit einem Zuschlag von 1,8 Prozent bei 11,37 Euro und führte damit die Liste der Gewinner im Leitindex Dax Chart zeigen an.

Die Kosten der Übernahme seien vermutlich gering und die möglichen Synergien hoch, heißt es an der Börse. Die Lufthansa verstärke die hochpreisigen Routen nach Nordamerika, Asien und Südafrika, zugleich gebe es Sparpotenzial auf den Routen zwischen Süddeutschland, der Schweiz und Norditalien.

Die Lufthansa hatte sich zuvor mit dem Management der Swiss darauf geeinigt, die angeschlagene Schweizer Fluggesellschaft zu übernehmen. Dafür wollen die Deutschen zunächst die Anteile der Kleinaktionäre kaufen, erklärte die Lufthansa am Sonntag. Die Anteilseigner, die rund 7,5 Millionen Aktien oder 14 Prozent an der Airline halten, sollen von der Lufthansa einen Preis "in Höhe des Durchschnittskurses der letzten Wochen" erhalten. Geplant sei aber eine Übernahme zu 100 Prozent.

Nach einer Übernahme solle Swiss weitgehend eigenständig bleiben, sagte ein Lufthansa-Sprecher. "Eckpfeiler sind unter anderem die Aufrechterhaltung der Luftverkehrsanbindung der Schweiz und der Marke Swiss." Für den Wirtschaftsplatz Zürich werde zugleich eine Anbindung an das internationale Streckennetz sichergestellt. Das gemeinsame Geschäftsmodell müsse noch von den Aufsichtsgremien und den Swiss-Großaktionären abgesegnet werden.

Beobachter rechnen dort nicht mit Widerstand. ZKB-Analyst Patrick Schwendimann geht davon aus, dass die Übernahme über die Bühne gehen wird, auch wenn die Zustimmung des Lufthansa-Aufsichtsrats, des Swiss-Verwaltungsrats sowie der Swiss-Großaktionäre noch aussteht. So müssen in der Schweiz der Bund, das Kanton Zürich sowie die Banken UBS und Credit Suisse die Übernahme billigen.

Ein Unsicherheitsfaktor bleibe das Verhalten der Gewerkschaften. Mögliche Streiks hätten einen negativen Einfluss auf den Aktienkurs. Auch die Wettbewerbshüter müssen den Plan noch absegnen. Die Lufthansa hofft auf kartellrechtliche Genehmigungen für die Übernahme der Swiss "in wenigen Wochen".



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