Lufthansa Exodus aus der Edel-Klasse

Angestellte von Unternehmensberatungen sind Vielflieger - und gehörten zu den lukrativsten Kunden der Deutschen Lufthansa. Jetzt steigen sie zunehmend um - von Business-Class auf Economy - und bescheren der Airline so massive Einbußen.


Hamburg - Der Deutschen Lufthansa Chart zeigendrohen massive Einbußen bei einer ihrer wichtigsten Kundengruppen: gutverdienenden Unternehmensberatern. Die berufsmäßigen Vielflieger hatten der Fluglinie lange Zeit hohe Gewinne beschert, weil sie selbst auf kurzen Distanzen bevorzugt die komfortable Business-Class nutzten.

Passagier in der Senator-Lounge der Lufthansa: "Mehrheit der Klienten bereits umgestiegen"
DPA

Passagier in der Senator-Lounge der Lufthansa: "Mehrheit der Klienten bereits umgestiegen"

Doch neuerdings buchen immer mehr von ihnen die billigere Holzklasse oder streichen verzichtbare Geschäftstrips ganz - wie etwa bei der Münchner Beratungsfirma Roland Berger. Ende vergangener Woche erhielten die inländischen Angestellten und Partner elektronische Post von ihrem Chef Burkhard Schwenker. Darin fordert der Firmenchef seine Kollegen auf, zumindest auf Kurzstrecken künftig in der Economy-Class Platz zu nehmen.

"Der wichtigste Grund dafür ist einfach, dass die Mehrheit unserer Klienten bereits umgestiegen ist", schreibt Schwenker, "und wir es uns schon aus Image- und Fairnessgründen nicht mehr leisten können, vorne zu sitzen." Gleichzeitig ermuntert er seine Mitstreiter, künftig häufiger mit dem Lufthansa-Wettbewerber Air Berlin zu fliegen. Der hat den Beratern günstige Konditionen eingeräumt.

Auch Mitarbeiter von Berger-Konkurrenten wie McKinsey oder Boston Consulting verzichten zunehmend auf ihr Business-Privileg - bislang allerdings noch auf freiwilliger Basis - und ersetzen teure Treffen vor Ort durch Videokonferenzen.

dide



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