Lufthansa Mit Piloten im Clinch

Die Lufthansa stellt sich auf monatelange, harte Verhandlungen mit ihren Piloten ein. Die haben um bis zu 46 Prozent höhere Gehälter gefordert; völlig utopisch, sagt die Unternehmensleitung.


Lufthansa-Chef Jürgen Weber: Seine Piloten wollen mehr Geld
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Lufthansa-Chef Jürgen Weber: Seine Piloten wollen mehr Geld

Frankfurt - Vor Beginn der Tarifgespräche habe die Vereinigung Cockpit (VC), die Interessenvertretung der Piloten, ihre Forderungen veröffentlicht, meldet die "Financial Times Deutschland". Auf der Basis von monatlich 85 Flugstunden sollen nach ihrer Vorstellung Erste Offiziere in der Eingangsstufe 135.000 Mark im Jahr verdienen, kurz vor der Beförderung zum Kapitän 253.000 Mark (elftes Berufsjahr). Kapitäne sollen zwischen 300.000 und 477.000 Mark bekommen.

Zusätzlich will die VC eine Ergebnisbeteiligung von bis zu drei Monatsgehältern durchsetzen, was de facto sogar einen Zuwachs von bis zu 83 Prozent ergeben würde. Die Lufthansa hält dagegen: Ein Abschluss in der geforderten Höhe würde massiv die Wettbewerbsfähigkeit und den Betriebsfrieden bei der Fluggesellschaft gefährden. Die Konzernleitung strebe eine flexible Gewinnbeteiligung an.

Lufthansa und die Vereinigung Cockpit hatten im vergangenen Jahr eine Studie erstellt. Diese ergab, dass die Airline bei den Einstiegsgehältern nahe am Durchschnitt war, bei den Spitzenverdienern aber bis zu 23 Prozent weniger zahlt als die Konkurrenz. VC-Sprecher Georg Fongen warnte die Piloten jedoch davor, zu unfairen Mitteln wie zum Beispiel einem Bummelstreik zu greifen, um ihre Ziele durchzusetzen.



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