Arbeitskampf in der Urlaubssaison Lufthansa-Piloten sprechen sich für Streik aus

Die Pilotinnen und Piloten der Lufthansa haben in einer Urabstimmung einem Streik zugestimmt. Weiteres Chaos in der Urlaubs-Flugsaison könnte nun noch durch ein Verhandlungsergebnis abgewendet werden.
Flugzeug in München (Symbolbild)

Flugzeug in München (Symbolbild)

Foto: Christof Stache / AFP

Ein Streik der Lufthansa-Piloten wird wahrscheinlicher: In einer Urabstimmung haben sich die stimmberechtigten Mitglieder der Vereinigung Cockpit mit einer sehr deutlichen Mehrheit für einen Arbeitskampf ausgesprochen. Das berichtete die Gewerkschaft nach Auszählung der Stimmen. Bei der Lufthansa stimmten 97,6 Prozent der Teilnehmer für einen Streik. Bei der Frachttochter Cargo war die Zustimmung mit 99,3 Prozent noch höher.

Damit ist ein Streik der rund 5000 Piloten bei der Kernmarke Lufthansa zwar ab sofort möglich, wurde aber zunächst nicht beim Vorstand beantragt.

Gewerkschaftsfunktionär Marcel Gröls hatte bereits am Donnerstag im SPIEGEL gesagt , wenn sich eine Mehrheit der Piloten für einen Streik ausspreche, bedeute das nicht, dass gleich gestreikt werde. »Es hängt jetzt am Lufthansa-Management«, sagte Gröls. »Wenn es gute Angebote macht, treffen die bei uns Piloten auf Widerhall. Aber wenn diese Angebote ausbleiben, haben wir kaum eine andere Möglichkeit, als zu streiken.«

Piloten fordern mehr Lohn und Inflationsausgleich

Die Piloten fordern Gröls zufolge in diesem Jahr »5,5 Prozent mehr Vergütung und danach einen automatischen Inflationsausgleich«. Nach sechs Runden gelten die Verhandlungen als festgefahren, gleichzeitig hatten beide Seiten ihren Wunsch bekräftigt, sich zu einigen. »Da die eigentlichen Verhandlungen bislang konstruktiv geführt wurden, setzen wir weiter auf eine schnelle Einigung. Wir sind dazu jedenfalls bereit und in der Sache auch nicht zu weit auseinander«, sagte Lufthansa-Personalvorstand Michael Niggemann der »Bild am Sonntag«.

Eine Ver.di-Sprecherin sagte der Zeitung, in der nächsten Woche werde es keine Streiks geben. »Es wird weiterverhandelt, und wir hoffen, dass die Arbeitgeber ein gutes und abschlussfähiges Angebot vorlegen, sodass der Konflikt am Verhandlungstisch gelöst werden kann.« Sollten die Arbeitgeber aber kein kompromissfähiges Angebot mitbringen, werde die Tarifkommission die dann vorliegende Situation neu bewerten.

In der vergangenen Woche hatte bereits das Bodenpersonal gestreikt, Hunderte Lufthansa-Flüge waren ausgefallen.

kko/dpa/Reuters
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