Lufthansa Sparen bei den Stewardessen

Die Lufthansa versucht bei einem Spar-Experiment, mit weniger Kabinenpersonal auszukommen. Ist der Probelauf erfolgreich, will die Kranich-Linie pro Langstreckenflug einen Flugbegleiter einsparen und den Service verbilligen.


Stewardess und Kollege bei der Essensvorbereitung: Künftig schneller und billiger?
DPA

Stewardess und Kollege bei der Essensvorbereitung: Künftig schneller und billiger?

Frankfurt am Main - Die Lufthansa will Kosten senken und ihre Konkurrenzfähigkeit vor allem auf den umkämpften Langstreckenflügen verbessern. Bis zu 40 Millionen Euro, schreibt das "Handelsblatt", könne der Abbau von 500 der 12.000 Flugbegleiterstellen einsparen. Das Blatt beruft sich auf einen Schreiben der Lufthansa-Personalvertretung, in dem es heiße, ab dem 1. Juli 2002 solle ein "neues Service-Konzept" gelten.

Danach sollten die Stewardessen künftig nur noch einen "Kombi-Troller" einsetzen, von dem Essen und Getränke gleichzeitig an die Fluggäste ausgegeben würden. Bisher gibt es dafür zwei getrennte Rollwagen. Die Erprobung soll schon im März beginnen.

Die Lufthansa betonte, das neue Konzept befände sich noch in der Testphase. Wenn es umgesetzt werde, wären bestehende Arbeitsplätze in den Kabinen nicht gefährdet. Die Entscheidung zur Umsetzung werde erst nach den nächsten Testschritten getroffen.

Die Gewerkschaft für das Kabinen-Personal Deutschland wehre sich gegen das Vorhaben und wolle noch in dieser Woche beim Vorstand intervenieren, hieß es. Laut "Handelsblatt" ist der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hingegen nichts von den Plänen bekannt. Eine Sprecherin der Gewerkschaft sagte, sie könne deshalb nicht abschätzen, ob es hierdurch zu Stellenstreichungen kommen werde. Die Gewerkschaft für das Kabinenpersonal in Deutschland stemme sich vehement gegen die Pläne und wolle mit den Vorständen noch in dieser Woche sprechen, um das Konzept abzuwenden.



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