Lufthansa Ver.di stimmt Sparpaket zu

Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber ist seinem Ziel, die Kosten für die Fluglinie zu senken, ein gutes Stück näher gekommen. Nach der Einigung mit den Piloten stimmte auch Verdi als Vertreter der rund 37.000 Bodenbeschäftigten der Fluggesellschaft einem umfangreichen Sparprogramm zu.


Lufthansa-Flugzeuge: Flexible Arbeitszeiten zur Senkung der Kosten
AP

Lufthansa-Flugzeuge: Flexible Arbeitszeiten zur Senkung der Kosten

Berlin/Frankfurt am Main - Wie Ver.di am Mittwoch mitteilte, sei eine umfangreiche Vereinbarung für Wachstum und Beschäftigung geschlossen worden. Danach sind betriebsbedingte Kündigungen und Ausgliederungen bis Ende 2006 ausgeschlossen. Eine Option sieht die Verlängerung der Beschäftigungssicherung bis Ende 2007 vor.

In den kommenden zwei Jahren erhalten die rund 52.000 Beschäftigten am Boden und in der Kabine jeweils eine Einmalzahlung, heißt es in einer Ver.di-Mitteilung zu den Details. Sie belaufe sich 2005 auf 0,5 Prozent und 2006 auf 1,6 Prozent eines Jahresgehalts. Hinzu komme eine Ergebnisbeteiligung für die jeweils abgeschlossenen Geschäftsjahre. Die bestehenden Vergütungstarife wurden um 24 Monate verlängert.

Jan Kahmann vom Ver.di-Bundesvorstand sagte zu der neuen Vereinbarung, damit sei es nicht nur gelungen, Arbeitsplätze zu sichern, sondern den Kolleginnen eine tarifpolitische Perspektive zu eröffnen. Die von der Lufthansa geforderte Senkung der Personalkosten werde vor allem durch flexiblere Regelungen zur Arbeitszeit erreicht. So kann die Wochenarbeitszeit von 37,5 Stunden kann bei entsprechender Bezahlung um 2,5 Stunden erhöht oder gesenkt werden. Die Einigung enthalte zudem eine Ausweitung der Altersteilzeitregelung sowie die Möglichkeit, Lebensarbeitskonten einzurichten. Neue Beschäftigte erhalten zudem weniger Urlaub.

Der Lufthansa bringt die Tarifeinigung Produktivitätsvorteile im zweistelligen Prozentbereich. Nach Auskunft einer Unternehmenssprecherin spart die Fluglinie insgesamt 150 Millionen Euro ein.

In der Vorwoche hatte sich die Fluggesellschaft bereits mit der Pilotenvereinigung Cockpit geeinigt. Der Abschluss sieht eine Nullrunde für die 4400 Piloten bis Ende März 2006 vor. Außerdem wurden Festlegungen zur Steigerung der Produktivität getroffen. Dies entsprach einer Kostenverbesserung von rund sechs Prozent.



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