Ausgemustertes Großflugzeug Lufthansa will Airbus A380 wieder abheben lassen

Das riesige Passagierflugzeug A380 gilt als Fehlplanung, auch die Lufthansa wollte damit nicht mehr fliegen. Nun hat es sich der Konzern offenbar anders überlegt.
Schrittweise auf dem Rückzug: Airbus A380

Schrittweise auf dem Rückzug: Airbus A380

Foto: Filip Singer / EPA

Die Lufthansa reaktiviert voraussichtlich ab dem kommenden Sommer den Airbus 380, das größte Passagierflugzeug der Welt mit Platz für 509 Passagiere. Gründe seien die stark gestiegene Nachfrage nach Flügen und die verzögerte Auslieferung bestellter Flugzeuge, teilt die Fluggesellschaft mit. Sie prüfe derzeit, wie viele A380 wieder abheben und welche Ziele sie anfliegen sollen.

Lufthansa habe aktuell noch 14 Exemplare des Airbus A380, die derzeit in Spanien und Frankreich langfristig geparkt seien, erklärte der Konzern. Sechs dieser Flugzeuge seien aber bereits verkauft. Acht Airbus A380 stehen damit theoretisch zur Verfügung. Die Lufthansa hatte im September 2020 in der Coronakrise angekündigt, der A380 werde ausgemustert. Noch Anfang April hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr im Interview mit dem SPIEGEL ausgeschlossen , dass der A380 bei der Lufthansa wiederkomme.

Lufthansa-Vorstandsmitglied Detlef Kayser hatte am Wochenende gesagt, die Airline erwarte eine Normalisierung des Flugbetriebs erst im kommenden Sommer. »Eine kurzfristige Verbesserung jetzt im Sommer werden wir realistisch leider kaum erreichen können«. Aktuell helfe es nur, die Zahl der Flüge zu reduzieren. Das sei kein deutsches Problem allein, sondern gelte für die ganze Welt.

Die Lufthansa streicht wegen Personalnot im Sommer mehr als 3000 Flüge. Hauptgrund sind laut Airline die vielen Corona-Erkrankungen.

Personalmangel macht aktuell vielen Fluggesellschaften und Flughäfen zu schaffen. Die Airlines streichen Verbindungen, an vielen Flughäfen kommt es zu langen Warteschlangen.Am Wochenende hat die Bundesregierung bereits die erleichterte Einreise ausländischer Arbeitskräfte angekündigt, die kurzfristig aushelfen sollen, vor allem bei der Gepäckausgabe.

Der A380 wird aber auch dieses Problem nicht lösen, die Vorbereitungszeit für die Inbetriebnahme ist zu lang. Der Flugzeugtyp gilt als große wirtschaftliche Enttäuschung und wurde viel weniger geordert, als Airbus erwartet hatte. Zu den Gründen gehören hohe Betriebskosten und spezielle Anforderungen an das Boarding bei so großen Flugzeugen.

mamk/AFP
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