Märklin-Pleite Millionenhonorare für Berater alarmieren Staatsanwalt

Die Insolvenz des Modellbahnherstellers Märklin hat möglicherweise ein juristisches Nachspiel. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart prüft Ermittlungen, nachdem eine Anzeige eingegangen ist. Hintergrund sind offenbar dubiose Beraterhonorare.


Stuttgart - Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte am Mittwoch, es sei in den vergangenen Tagen eine Anzeige eingegangen. "Wir prüfen, ob wir Ermittlungen einleiten."

Märklin-Lokomotive: Eigentümer ließ sich Managementgebühren auszahlen
DPA

Märklin-Lokomotive: Eigentümer ließ sich Managementgebühren auszahlen

Hintergrund der Anzeige sind offenbar Millionenhonorare für Berater, die Märklin in den vergangenen Jahren aufbringen musste. Der Modellbahnhersteller hat am 4. Februar Insolvenz angemeldet.

Der vorläufige Insolvenzverwalter Michael Pluta hatte bereits früher kritisiert, dass Märklin für Beraterhonorare über drei Jahre insgesamt 40 Millionen Euro zahlen musste. Dabei habe sich auch Eigner Kingsbridge bedient, der sich Managementgebühren auszahlen ließ. Kingsbridge und Goldman Sachs hatten die Firma im Frühjahr 2006 gekauft, als diese zum ersten Mal vor der Pleite stand.

Eine Sprecherin des Insolvenzverwalters sagte auf Anfrage, bei Märklin würden immer noch die Bücher geprüft. Für das Unternehmen gebe es mehrere Interessenten. Aber bevor man nicht wisse, wie die Zahlen aussehen, könne man auch keinen Kaufpreis festlegen.

Der Geschäftsbetrieb bei dem Modellbahnhersteller läuft trotz der Insolvenz weiter. In Deutschland sind am Standort Göppingen etwa 650 und in Nürnberg rund 60 Mitarbeiter beschäftigt.

wal/AP



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