Magnetbahn USA planen Transrapid-Strecken

Für die Magnetschwebebahn Transrapid gibt es einen neuen Interessenten. Der US-Kongress hat nach Angaben des Betreiberkonsortiums 90 Millionen Dollar für die Planung von zwei Strecken bewilligt.


Transrapid (in China): Las Vegas will die Magnetbahn
DPA

Transrapid (in China): Las Vegas will die Magnetbahn

Berlin - "Wir sind optimistisch, dass wir in den USA eine Trasse bauen können", sagte Transrapid-Sprecher Peter Wiegelmann gegenüber SPIEGEL ONLINE. Die laufenden Planungen zeigten, dass sich die Amerikaner ernsthaft mit der Technik beschäftigen.

Die Hälfte der Mittel sei für Planfeststellungsverfahren und Finanzierungsplanungen der 56-Kilometer langen Trasse um Las Vegas vorgesehen, sagte Wiegelmann weiter. Die zweite Tranche werde für Projekte an der Ostküste verwandt.

Dort konkurrieren die 87-Kilometer-Strecke Pittsburgh-Greensburg, die 63-Kilometer-Trasse von Baltimore nach Washington und das 50-Kilometer-Projekt von Atlanta zum Flughafen Hartsfield miteinander. Die US-Bundesregierung werde hier ein Auswahlverfahren starten. Die Mittel verteilten sich über die Jahre 2006 bis 2009. Mit den Ausschreibungen für die Planung der Strecke bei Las Vegas wird schon im Oktober begonnen.

Der Transrapid wird von ThyssenKrupp Chart zeigen und Siemens Chart zeigen gebaut. Bisher ist die Magnetschwebebahn nur bei einer Flughafenanbindung in der Jangtse-Metropole Shanghai im kommerziellen Einsatz. Möglicherweise wird in China eine weitere Trasse entstehen Im Gespräch ist eine Verbindung von Shanghai in das über 180 Kilometer entfernte Hangzhou.

Weit gediehen sind auch die Pläne für eine Verbindung zwischen der Stadt München und dem Flughafen "Franz Josef Strauß". Die Trasse hätte eine Länge von 38 Kilometern, die Fahrzeit würde 10 Minuten betragen.

Gespräche über eine Machbarkeitsstudie gibt es außerdem mit der Regierung in Großbritannien über eine Nord-Süd-Hauptstrecke. Die Verbindung hätte eine Länge von insgesamt 800 Kilometern und soll von London über Birmingham, Manchester, Leeds und Newcastle bis nach Glasgow in Schottland verlaufen. Die Fahrtzeit soll drei Stunden dauern.

In einem ähnlichen Stadium sind die Verhandlungen mit Interessenten im Nahen Osten. Mehrere Emirate auf der arabischen Halbinsel interessieren sich für die Magnetschwebebahn made in Germany.

Jörn Sucher



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