Magnetschwebebahn Transrapid in Shanghai wird verlängert

Die Planungen stehen, jetzt fehlt nur noch das Votum der Kommunistischen Partei: In China scheint der Verlängerung der ersten kommerziellen Transrapid-Strecke nichts mehr im Weg zu stehen. Damit soll die Magnetschwebebahn endlich auch rentabel werden.


Peking - Die Planungen haben sich hingezogen, doch jetzt haben sich die Beteiligten geeinigt: Die Bemühungen um die Verlängerung der deutschen Magnetschnellbahn in Shanghai hätten "große Fortschritte" gemacht, berichtete das kommunistische Parteiorgan "Volkszeitung" heute unter Berufung auf Quellen bei ThyssenKrupp. Die beteiligten deutschen Unternehmen und der chinesische Betreiber hätten "Übereinstimmung erzielt", die geplante Strecke gemeinsam bauen zu wollen. Informierte Kreise äußerten sich heute vorsichtig optimistisch, dass nach Abschluss des am 15. Oktober beginnenden wichtigen Parteitages der Kommunistischen Partei in Peking hoffentlich eine positive Entscheidung fallen werde.

Der Transrapid in Shanghai: Entscheidung für Bahn in München war "hilfreich"
AFP

Der Transrapid in Shanghai: Entscheidung für Bahn in München war "hilfreich"

Die erste kommerzielle Strecke des Transrapids vom Flughafen Pudong an den Stadtrand Shanghais soll um 34 Kilometer über das Gelände der Weltausstellung 2010 zum anderen Flughafen Hongqiao verlängert werden. Chinesische Experten wiesen darauf hin, dass die jüngste deutsche Entscheidung für den Bau des Transrapids in München "hilfreich" gewesen sei. Bis dahin hätten Gegner des Projekts mit dem Argument, dass die Deutschen den Transrapid nicht einmal selber bauten, immer wieder Zweifel an der Zuverlässigkeit der Technik säen können. Zusätzlich habe der Korruptionsskandal in Shanghai mit dem Sturz von Parteichef Chen Liangyu das Vorhaben verzögert. Der Transrapid wird von einem Konsortium um Siemens Chart zeigen und ThyssenKrupp Chart zeigen gebaut.

Mit dem neuen Shanghaier Parteichef Xi Jinping, der möglicherweise sogar in den engsten Führungszirkel nach Peking aufrückt, könne das Transrapid-Projekt jetzt wieder vorankommen, hieß es. Die Nachricht über die Einigung auf der Titelseite der "Volkszeitung", die grundsätzliche Zustimmung von höchster Stelle signalisieren dürfte, wurde von vielen Zeitungen nachgedruckt. Wegen der Proteste von Anwohnern der Strecke, die Sorge wegen des elektromagnetischen Feldes oder des Lärms haben, erstellt das Pekinger Umweltministerium derzeit noch ein Gutachten. Auch steht die letztendliche Genehmigung des Staatsrates für das Projekt noch aus.

Bislang hat die Magnetbahn auf der kurzen Flughafenstrecke zum Stadtrand, wo Gäste immer noch in die U-Bahn oder ein Taxi umsteigen müssen, hohe Verluste eingefahren. Eine Verlängerung wäre die einzige Möglichkeit, den chinesischen Transrapid profitabel zu machen. Nach der jetzt geplanten Strecke zum zweiten Flughafen Hongqiao hofft das deutsche Konsortium auf eine anschließende Erweiterung über 175 Kilometer in die Nachbarstadt Hangzhou. Die Baukosten dafür werden auf 35 Milliarden Yuan (3,5 Milliarden Euro) geschätzt.

sam/dpa-AFX



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