Manager-Gehälter Die Topverdiener 2006

Mit einem Gehalt von 13,2 Millionen Euro war Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann im vergangenen Jahr erneut der Spitzenverdiener unter den Dax-Vorständen. Aber auch das Gehalt anderer Konzernchefs fiel üppig aus. SPIEGEL ONLINE zeigt die Liga der Großverdiener.

Frankfurt am Main - Angesichts des kräftigen Gewinnanstiegs bei Deutschlands größtem Geldhaus konnte der 59-Jährige seine Bezüge nochmals um fast ein Zehntel steigern. Rund 1,2 Millionen Euro von Ackermanns Gehalt sind fix, der Rest hängt im Wesentlichen vom Erfolg der Bank ab.

Auch wenn noch nicht alle Börsenschwergewichte die Managergehälter für das laufende Jahr veröffentlicht haben, dürfte Ackermann besser abgeschnitten haben als jeder seiner Kollegen im Dax.

Ackermanns Bezüge waren mehrfach Gegenstand harscher Kritik - nicht zuletzt, weil er 2005 trotz Rekordrenditen den Abbau von mehr als 6000 Stellen durchsetzte. Mit seinem Gehalt liegt der Schweizer im weltweiten Branchenvergleich aber auf den hinteren Plätzen. Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein verbuchte für 2006 allein einen Bonus von umgerechnet gut 40 Millionen Euro. Sein Merrill-Lynch-Kollege Stan O'Neal kam auf knapp 36 Millionen Euro.

Insgesamt verdiente der Deutsche-Bank-Vorstand im vergangenen Jahr 32,9 Millionen Euro, 15 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Den Vorsteuergewinn steigerte das Geldhaus deutlich stärker, nämlich um ein Drittel auf 8,1 Milliarden Euro. Die Aktionäre dürfen sich auf eine um 1,50 auf vier Euro aufgestockte Dividende freuen.

In Deutschland aber könnte lediglich Porsche-Chef Wendelin Wiedeking nach Schätzung von Experten noch mehr verdienen als Ackermann. Der nicht im Leitindex notierte schwäbische Autobauer weist seine Vorstandsgehälter nicht individuell aus, zusammen verdienten die sechs Porsche-Vorstände im Geschäftsjahr 2005/06 mehr als 45 Millionen Euro.

Roels auf Platz zwei der Geldrangliste

Auf Platz zwei der Geldrangliste folgt nach Berechnungen der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) Harry Roels, der bei RWE im vergangenen Jahr quasi über eine Lizenz zum Gelddrucken verfügte. Der massive Anstieg der Energiepreise spülte einen Rekordgewinn in die Kassen des Konzerns. Auch E.on-Chef Wulf Bernotat konnte nicht klagen. Doch neben den 12,2 Millionen Euro seines Kollegen von RWE nimmt sich Bernotats Gehalt mit knapp fünf Millionen geradezu bescheiden aus.

Im oberen Drittel der Topverdiener-Liga rangiert auch Linde-Chef Wolfgang Reitzle. Mit knapp 7,4 Millionen ließ er sich 2006 sein Engagement entlohnen und lieferte den Aktionären dafür einen gut aufgestellten Gase-Konzern - unter Reitzles Führung wurde Linde die weltweite Nummer eins.

Michael Diekmann von der Allianz kam auf 5,3 Millionen Euro, DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche auf 7,1 Millionen - rechnet man - wie die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre - die gewährten Aktienoptionen hinzu, so addiert sich Zetsches Jahressalär sogar auf 7,8 Millionen Euro. Petitesse am Rande: das Gehalt liegt weit unter dem Niveau dessen, was sein wegen Erfolglosigkeit aus dem Amt gejagter Vorgänger Jürgen Schrempp kassiert hatte. Für den Gesamtvorstand von DaimlerChrysler fiel die Entlohnung nach Konzernangaben um 41,1 Prozent niedriger als im Vorjahr aus.

Was die genaue Berechnung des Gehalts angeht, darüber gehen die Meinungen im Übrigen auseinander. Während die PR-Strategen der Konzernzentralen am liebsten nur das Grundgehalt erwähnt wissen wollen, ergänzt um ein paar Anmerkungen zu später fällig werdenden Aktienoptionen, rechnen die Aktionärsschützer anders. Die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre, deren vorläufigen Berechnungen die vorliegenden Angaben zu Grunde liegen, bezieht Boni und Aktienpakete in die Rechnung mit ein.

Die Aktienoptionen werden dabei mit dem Wert in die Rechnung eingebracht, die das Paket am Stichtag aufweist. Steigt der Wert bis zum Tag der Einlösung, so wird die Differenz zum Jahressalär in dem der Einlösetag liegt, hinzugerechnet. Im Falle eines Wertverlusts wird das Gehalt entsprechend nach unten korrigiert.

mit Material von Reuters

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