Mangelnde Perspektiven VW-Werker verschmähen Abfindungsangebot

Der Personalabbau in den deutschen Werken des VW-Konzerns geht nur schleppend voran. Von den Älteren lassen sich zwar viele auf Teilzeitverträge ein, für den endgültigen Abschied mit einer Abfindung können sich aber nur die wenigsten erwärmen.


Wolfsburg - Die "Wolfsburger Nachrichten" berichten unter Berufung auf den Betriebsrat, dass im Wolfsburger Stammwerk seit Anfang November nicht einmal 100 Mitarbeiter Aufhebungsverträge unterschrieben haben. "Diese Zahl liegt deutlich unter den Erwartungen", sagte der Betriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh dem Blatt.

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Für das Werk Braunschweig liegen den Angaben zufolge noch keine Zahlen vor. "Es sind aber nicht viele Mitarbeiter, die Verträge angenommen haben", wurde der dortige Betriebsratsvorsitzende Uwe Fritsch zitiert. Gründe für die Zurückhaltung der Beschäftigten seien fehlende alternative Arbeitsangebote in der Region und die vergleichsweise geringen Abfindungssummen. Im Durchschnitt werden demzufolge bislang 60.000 Euro gezahlt.

Weder bei Volkswagen noch beim Betriebsrat war zunächst eine Stellungnahme zu erhalten. Medienberichten zufolge will VW in Deutschland rund 10.000 Stellen abbauen. Der Vorstand hat bestätigt, dass es einen Personalüberhang von "mehreren tausend" Mitarbeitern gibt, nennt aber keine genauen Zahlen. Betont wird dagegen stets, dass es nicht um die Anzahl der Beschäftigten, sondern vielmehr um die Senkung der absoluten Kosten geht.

Der im November 2004 abgeschlossene Haustarifvertrag schließt Kündigungen bis zum Jahr 2011 aus. Der Abbau soll daher über Altersteilzeit und Abfindungen geregelt werden. 6.300 Mitarbeiter haben dem Blatt zufolge bereits Verträge für Altersteilzeit unterschrieben.



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