Mannesmann-Affäre Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

Klaus Zwickel, Josef Ackermann und Klaus Esser müssen sich wegen der üppigen Abfindungen im Zusammenhang mit der Mannesmann-Übernahme durch den britischen Mobilfunker Vodafone jetzt vor Gericht verantworten. Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft hat heute die Anklageschrift bei Gericht eingereicht.


Muss sich vor Gericht verantworten: Deutsche-Bank-Chef Ackermann
REUTERS

Muss sich vor Gericht verantworten: Deutsche-Bank-Chef Ackermann

Düsseldorf - Deutsche-Bank-Chef Ackermann, der IG-Metall-Vorsitzende Zwickel und der ehemalige Mannesmann-Chef Esser sind nur die prominentesten Vertreter der Mannesmann-Affäre. Neben ihnen sind noch drei weitere Personen angeklagt. Da die Angeschuldigten die Anklageschrift noch nicht kennen, könne zum Inhalt der Vorwürfe noch keine Auskunft gegeben werden.

Es geht um den Verdacht der schweren Untreue oder der Beihilfe dazu bei der spektakulären Übernahme von Mannesmann durch den britischen Mobilfunkriesen Vodafone vor drei Jahren. Dabei sollen Abfindungen und Prämien von mehr als 100 Millionen Euro an Mannesmann-Manager und Pensionäre des Konzerns geflossen sein. Ein Teil der Zuwendungen ist nach Ansicht der Ermittler illegal gewesen.

Das Düsseldorfer Landgericht wird die fast 600 Seiten starke Anklageschrift nun den Angeschuldigten zustellen - erst danach gelten sie als Angeklagte. Dann muss das Gericht entscheiden, ob es die Hauptverhandlung gegen die Wirtschaftsführer eröffnen wird. Es wäre einer der spektakulärsten Wirtschaftsstrafprozesse in der Geschichte der Bundesrepublik. Die Betroffenen haben die Vorwürfe mehrfach als falsch zurückgewiesen.



© SPIEGEL ONLINE 2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.