Mannesmann-Prozess Drees soll es richten

Für seine Besonnenheit und jahrzehntelange Erfahrung ist Richter Stephan Drees bekannt. Nun ist der 45-Jährige mit der Neuauflage des Mannesmann-Prozesses betraut - sein bisher spektakulärster Fall.


Kein Wirtschaftsverfahren in Deutschland zuvor hat mehr Aufsehen erregt. Die Neuauflage des Mannesmann-Prozesses wird der 45-jährige Richter Stefan Drees übernehmen. Der Vorsitzende der zehnten großen Wirtschaftsstrafkammer wird in Saal L 111 des Düsseldorfer Landgerichts an die Stelle der resoluten Brigitte Koppenhöfer treten, die das erste Urteil über Ackermann und die anderen Angeklagten gesprochen hat.

Drees im Gerichtssaal in Düsseldorf:
DPA

Drees im Gerichtssaal in Düsseldorf:

Koppenhöfer hatte viel Lob bekommen für ihren verbindlichen Umgang mit den prominenten Angeklagten und der Star-Riege ihrer Strafverteidiger. Trotzdem hatte ihr Urteil hatte vor dem Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe keinen Bestand. Der BGH sah mit der generösen Ausschüttung der Millionenprämien an Manager "den objektiven Tatbestand der Untreue" erfüllt.

Nun soll Drees über Schuld oder Unschuld in dem 57-Millionen-Euro-Fall entscheiden. Spektakulärere Fälle hat es in seiner Laufbahn noch nicht gegeben. Seit zweieinhalb Jahren leitet er Wirtschafts-Strafkammer. Vorher arbeitete er jahrelang als Richter an Zivilkammern. Seit 14 Jahren ist er Richter, seit elf Jahren in Düsseldorf. Betrugsserien, Embargoverstöße und Drogendealer füllten bisher seinen Alltag am Gericht aus.

Er gilt als ruhig, besonnen und erfahren. Über den heiklen Prozess selbst sagt Drees nichts - jede Silbe könnte in Befangenheitsanträgen münden.

Im Gerichtssaal stehen ihm die beiden weiteren Richter Christa Mosiek und Ingo Scholten zur Seite. Mosiek hat schon mehr als 30 Jahre Erfahrung als Richter, zuvor war sie Staatsanwältin. Scholten hat erst drei Berufsjahre als Richter und ist der Junior der Kammer.

tos/dpa-AFX



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