Mannesmann-Prozess Rechtsberater stimmte Millionenprämien zu

Ein Mannesmann-Rechtsberater hat heute vor dem Düsseldorfer Landgericht ausgesagt, er habe keine Einwände gegen die umstrittenen Millionenprämien für ehemalige Vorstandsmitglieder erhoben. Nur in einem Fall habe er geraten, einen neuen Beschluss zu fassen.


Düsseldorf - Bei der Neuauflage des Mannesmann-Prozesses hat ein renommierter Anwalt die umstrittenen Millionenprämien für ehemalige Vorstände verteidigt. Als Rechtsberater von Mannesmann habe er nach einer Prüfung grünes Licht für die Zahlungen gegeben, sagte Professor Gerd Krieger heute im Zeugenstand des Düsseldorfer Landgerichts.

"Ich habe da keine Probleme gesehen. Ich war mir sicher, dass die Beschlüsse förmlich wirksam sind". Lediglich bei der Prämie für den Aufsichtsratsvorsitzenden Joachim Funk habe er den Rat gegeben, den Beschluss erneut zu fassen, wenn dieser aus dem Kontrollgremium ausgeschieden sei.

In dem Prozess geht es um die Frage, ob die Angeklagten mit der Gewährung und Annahme der Prämien vorsätzlich ihrer Vermögensbetreuungspflicht gegenüber Mannesmann verletzt und sich so der Untreue oder Beihilfe dazu schuldig gemacht haben. Unter den Beschuldigten sind unter anderem Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und Ex-Mannesmann-Vorstandschef Klaus Esser.

Hintergrund des Verfahrens sind mit Billigung des Mannesmann-Aufsichtsratspräsidiums gezahlte Prämien in Höhe von 57 Millionen Euro. Die Summe ging an scheidende Mannesmann-Manager im Zusammenhang mit der Übernahme des Unternehmens durch den britischen Mobilfunkriesen Vodafone im Jahr 2000.

kaz/dpa/ddp



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