Mannesmann-Vodafone Ermittlungen gegen Esser eingestellt

Der Noch-Vorstandsvorsitzende des Mannesmann-Konzerns, Klaus Esser, kann aufatmen. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf wird keine Anklage gegen den Manager wegen einer zu hohen Abfindung und der millionenschweren Übernahmeschlacht mit Vodafone AirTouch einreichen. Auch gegen die übrigen Vorstandsmitglieder wurden die Ermittlungen eingestellt.

Düsseldorf - "Es hat sich kein Anfangsverdacht der Untreue gegen Esser im Zusammenhang mit der Übernahme von Mannesmann durch Vodafone ergeben", sagte Behördensprecher Johannes Mocken. Auch bei den übrigen Spitzenmanagern habe es keinen Anfangsverdacht der Untreue gegeben. Zwei Stuttgarter Rechtsanwälte hatten gegen Esser Strafanzeige wegen des Verdachts der Untreue eingereicht und die Anzeige später auf das gesamte Führungsgremium des Düsseldorfer Konzerns ausgeweitet.

Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft prüfte, ob die Abwehrkampagne des deutschen Konzerns gegen Vodafone AirTouch und die 60,5 Millionen Mark hohe Abfindung für Esser eine "pflichtwidrige Verschleuderung von Geldern zum Nachteil der Aktionäre" waren. Die Abfindung, die der Konzernchef im Zuge der Übernahme durch den britischen Mobilfunkkonzern erhalten soll, ist nach Ansicht von Experten die bislang höchste Abfindung für einen deutschen Manager. Die Anwälte Mark Binz und Martin Sorg hatten kritisiert, dass die aus Vorstandsbezügen, Boni und einem Leistungsbonus zusammengesetzte Abfindung nicht abgezinst werde. Zudem sahen sie den Verdacht, dass es sich bei dem Betrag um eine Gegenleistung dafür handele, dass Esser seinen Widerstand gegen die Übernahme durch Vodafone aufgegeben habe.

Mannesmann und Vodafone hatten sich Anfang Februar nach einem monatelangen Übernahmestreit auf eine friedliche Fusion geeinigt. Zuvor hatten sich die Anzeichen verdichtet, dass eine Mehrheit der Mannesmann-Aktionäre das Vodafone-Angebot zum Umtausch ihrer Aktien in Papiere des britischen Unternehmens nutzen würde. Die Abwehrkampagne soll mehrere hundert Millionen Mark gekostet haben. Esser wird den Mannesmann-Konzern im Sommer verlassen.