Zur Ausgabe
Artikel 27 / 64
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Bestsellerautor gegen Wirtschaftsprofessor Crash oder Quatsch?

Den größten Zusammenbruch der Geschichte prophezeit Marc Friedrich. Der Ökonom Peter Bofinger hält das für gefährlichen Unfug. Das Streitgespräch.
aus DER SPIEGEL 52/2019
Marc Friedrich und Peter Bofinger

Marc Friedrich und Peter Bofinger

Foto:

BERT BOSTELMANN / BILDFOLIO / DER SPIEGEL

Friedrich, 44, Autor und Vermögensberater, hat zusammen mit seinem Partner Matthias Weik den Bestseller "Der größte Crash aller Zeiten" geschrieben. Bofinger, 65, ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Würzburg und war 15 Jahre lang Mitglied des Sachverständigenrats.

SPIEGEL: Herr Bofinger, in Deutschland wird die Angst vor einem neuen Crash geschürt. Zu Recht?

Bofinger: Ich sehe keinerlei Anzeichen für eine Weltrezession, einen Zusammenbruch der Finanzmärkte oder einen starken Anstieg der Inflation. Das Einzige, was ich sehe, ist eine konjunkturelle Gefahr für die deutsche Wirtschaft.

SPIEGEL: Mit dieser Prognose sind Sie sicher nicht einverstanden, Herr Friedrich.

Friedrich: Ganz sicher nicht. Wir erleben gerade die längste Wachstumsphase der westlichen Welt in der Wirtschaftsgeschichte. Und bisher kam nach jeder Wachstumsphase eine Rezession. Es gibt keinen Grund, warum es dieses Mal anders sein sollte. Jedes System muss einmal ausatmen.

SPIEGEL: Eine Rezession ist noch kein Crash, wie Sie ihn in Ihrem neuen Buch prognostizieren.

Friedrich: Das billige Geld der Notenbanken hat einen künstlichen Boom erzeugt, wir haben historisch niedrige Zinsen, und dadurch wurde die notwendige Rezession in die Zukunft verschoben, weil man Angst hat, dass der nächste große Abschwung das ganze Gebilde zum Einsturz bringen und auch der Euro in die Knie gehen wird. Deshalb senken die Notenbanken die Zinsen immer weiter und kaufen fortwährend Staatsanleihen auf. Parallel sind neue Finanzmarktblasen entstanden: Immobilien und Aktien. Für mich ist der nächste Crash so sicher wie das Amen in der Kirche.

Weiterlesen mit SPIEGEL plus

Jetzt weiterlesen. Mit dem passenden SPIEGEL-Abo.

Besondere Reportagen, Analysen und Hintergründe zu Themen, die unsere Gesellschaft bewegen – von Reportern aus aller Welt. Jetzt testen.

Ihre Vorteile:

  • Alle Artikel auf SPIEGEL.de frei zugänglich.
  • DER SPIEGEL als E-Paper und in der App.
  • Einen Monat für einen Euro testen. Einmalig für Neukunden.
Jetzt für 1 Euro testen

Sie sind bereits Digital-Abonnent? Hier anmelden

Weiterlesen mit SPIEGEL+

Mehr Perspektiven, mehr verstehen.

Freier Zugang zu allen Artikeln, Videos, Audioinhalten und Podcasts

  • Alle Artikel auf SPIEGEL.de frei zugänglich

  • DER SPIEGEL als E-Paper und in der App

  • DER SPIEGEL zum Anhören und der werktägliche Podcast SPIEGEL Daily

  • Nur € 19,99 pro Monat, jederzeit kündbar

Sie haben bereits ein Digital-Abonnement?

SPIEGEL+ wird über Ihren iTunes-Account abgewickelt und mit Kaufbestätigung bezahlt. 24 Stunden vor Ablauf verlängert sich das Abo automatisch um einen Monat zum Preis von zurzeit 19,99€. In den Einstellungen Ihres iTunes-Accounts können Sie das Abo jederzeit kündigen. Um SPIEGEL+ außerhalb dieser App zu nutzen, müssen Sie das Abo direkt nach dem Kauf mit einem SPIEGEL-ID-Konto verknüpfen. Mit dem Kauf akzeptieren Sie unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzerklärung.

Zur Ausgabe
Artikel 27 / 64
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.