Mark-Anleihen MDR verspekuliert 18 Millionen in Argentinien

Dem MDR droht erneut ein finanzielles Desaster mit einer spekulativen Auslandsanlage. Dieses Mal hat die Wirtschaftskrise in Argentinien dem Sender die Bilanz verhagelt.


Hamburg - Der gebührenfinanzierte ARD-Sender hatte Ende 1997 Mark-Anleihen des süd-amerikanischen Staates erworben. Diese Papiere muss der MDR "auf Grund einer voraussichtlich dauernden Wertminderung “ in Höhe von 18,3 Millionen Mark abschreiben, heißt es nach Informationen des Nachrichtenmagazins "DER SPIEGEL" im Jahresabschluss 2001 des MDR-Wirtschaftprüfers Arthur Andersen.

Die Argentinien-Pleite schmälert den Gewinn des Senders aus Finanzgeschäften beträchtlich. Konnte der MDR noch im Jahr 2000 Erträge von mehr als 44 Millionen Mark verbuchen, waren es im vorigen Jahr nur noch 6,3 Millionen.

Schon vor drei Jahren hatte sich der MDR mit ecuadorianischen Wertpapieren kräftig verspekuliert. Weil das Land 1999 seine Zahlungsunfähigkeit verkündete, waren für den MDR 2,6 Millionen Mark futsch. Die Pleite mit der hoch spekulativen Anlage brachte Intendant Udo Reiter kräftig unter Beschuss und gefährdete zeitweise sogar die Erhöhung der Rundfunkgebühren.

Der MDR hofft ein ähnliches Desaster diesmal vermeiden zu können: Die Anleihen sollen vorerst gehalten und bei einer Erholung der wirtschaftlichen Lage in Argentinien "schleunigst verkauft werden “.



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