Marktreaktion "Es wird überall gekauft"

Unmittelbar nach Beginn des Irak-Krieges haben die Aktienkurse in Asien und Australien am Donnerstag in der Hoffnung auf ein schnelles Ende des Konflikts deutlich zugelegt. Die Preise für Nordsee-Öl und Gold gaben nach, der Euro gewann nur leicht hinzu.


Tokio/Singapur/Peking/Sydney/London - An der Börse in Sydney sagte ein Händler: "Es wird überall gekauft. Man geht davon aus, dass es ein kurzer Krieg wird, und wenn es so kommt, geht der US-Markt durch die Decke." Nach Wochen der Unsicherheit gewannen die Wertpapiere am australischen Aktienmarkt ein Prozent.

Auch in Tokio notierte der Nikkei-Index zu Handelsschluss um 1,8 Prozent höher bei 8195,05 Punkten. In Seoul gewann der Kospi-Index 3,3 Prozent hinzu. In Singapur kletterte der Straits Times Index um 1,6 Prozent auf 1305,63 Punkte. Das indonesische Börsenbarometer legte zunächst um fast 2,9 Prozent zu.

Die Börsen in Hongkong und China reagierten dagegen eher zurückhaltend auf den von den USA angeführten Militärschlag gegen Irak. Der Hongkonger Hang Seng Index stieg nur kurz nach den ersten Nachrichten über den Angriff, fiel dann sofort und fing sich wieder. An den Börsen in China in Shenzhen und Schanghai, die vom internationalen Börsengeschehen weitgehend abgekoppelt sind, gab es nur vorübergehend einen leichten Anstieg.

In New York zog der Euro leicht an und wurde zuletzt bei 1,0594 Dollar notiert. Nach Ablauf des Ultimatums um 02.00 Uhr war der Euro kurzzeitig gefallen. Der Goldpreis fiel kurz vor Kriegsbeginn deutlich, von 337,00 auf 325,50 Dollar je Feinunze. Nach den ersten Angriffen blieb der Preis relativ unverändert, konnte sich zuletzt aber wieder auf 334,00 Dollar stabilisieren.

Der Ölpreis sackte nach den ersten Luftangriffen auf Bagdad deutlich ab. Nach den ersten Meldungen gegen 04.00 Uhr rutschte der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent mit Liefertermin Mai in London von 26,12 Dollar auf 25,50 US-Dollar. Das waren rund 4 Prozent weniger als am Vortag. Anfang März hatte der Terminkontrakt noch bei über 34 Dollar je Barrel notiert. Am ersten Kriegstag des ersten Golfkriegs vor zwölf Jahren war der Ölpreis um 35 Prozent oder fast elf Dollar je Fass gefallen.



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