Corona-Pandemie Maschinenexporte brechen so stark ein wie zuletzt in der Finanzkrise

Ein Minus von zwölf Prozent: Im Corona-Jahr hat die Maschinenbaubranche den schwersten Exportrückgang seit 2009 erlitten – für das laufende Jahr sind die Unternehmen zuversichtlich.
Mitarbeiter von Rolls-Royce Power Systems in Friedrichshafen

Mitarbeiter von Rolls-Royce Power Systems in Friedrichshafen

Foto: Felix Kästle / DPA

Auch für die Maschinenbauer war 2020 ein verlustreiches Jahr: Im Corona-Jahr wurden Maschinen und Anlagen im Wert von 160 Milliarden Euro exportiert – ein Minus von zwölf Prozent, wie der Branchenverband VDMA mitteilte. 

»Die Maschinenexporteure verzeichneten damit die höchsten Rückgänge im Vorjahresvergleich seit der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2009«, sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers und verwies auf Daten des Statistischen Bundesamts. Die Importe seien zudem um 13,4 Prozent gefallen.

Den größten Exportrückgang musste die Branche mit 22 Prozent im zweiten Quartal hinnehmen. Danach erholten sich die Geschäfte, wenngleich sie auch im Jahresverlauf unter Vorjahresniveu blieben.

Laut Wiechers wurden Lieferketten zeitweise unterbrochen, Kunden hätten Aufträge verschoben oder storniert. Das Exportjahr 2021 werde besser, auch wenn das Vorkrisenniveau noch nicht erreicht werde.

USA und China größte Absatzmärkte

Bei den Absatzmärkten lagen China und die USA Kopf an Kopf: Zwischen Januar und Dezember sanken die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten um 9,3 Prozent auf 18,2 Milliarden Euro. In den zweitgrößten Auslandsmarkt China gingen Maschinen und Anlagen im Wert von 18,1 Milliarden Euro. Darauf folgten Frankreich, Italien und Polen.

Zuletzt hatte der VDMA schon den größten Auftragsrückgang seit der Finanzkrise berichtet. Die Produktion brach 2020 um gut zwölf Prozent ein. Dieses Jahr soll sie wieder um vier Prozent wachsen. In der Branche sind mehr als eine Million Menschen beschäftigt.

bah/dpa