Ab Montag gilt Pflicht Nachschub an Masken funktioniert nur schleppend

Der Markt für Atemschutzmasken gerät wegen der ab Montag geltenden Maskenpflicht unter Druck. Auch wenn nun mehr Firmen Masken herstellen, übersteigt die Nachfrage das Angebot.
Heiß begehrt und schwer erhältlich: FFP2-Atemschutzmasken

Heiß begehrt und schwer erhältlich: FFP2-Atemschutzmasken

Foto: Karl-Josef Hildenbrand/ DPA

Das Angebot an medizinischen Atemschutzmasken war schon zuvor überschaubar. Nun verschärft sich die Situation aufgrund der ab Montag in Deutschland geltenden Maskenpflicht. Mehrere Großhändler haben der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung"  von schleppendem Nachschub berichtet. "Auch wenn wir unsere Bestände aufgestockt haben, übersteigt die Nachfrage auch aktuell noch das Angebot", zitierte die Zeitung den Großhändler Gehe. Das Unternehmen sei nur "teilweise lieferfähig".

Der Marktführer Phoenix erklärte, seine Atemschutzmasken seien bald "weitestgehend ausverkauft". Auch der Apothekerverband bestätigte den Maskenmangel, hat aber Hoffnung. "Die Versorgungslage bei Mundschutz und Masken ist schwierig", das liege daran, dass die Nachfrage wegen der ab Montag geltenden Maskenpflicht in Teilen der Öffentlichkeit gestiegen sei, sagte eine Sprecherin. Weil aber mehr Firmen anfangen, Masken herzustellen, dürfte sich die Situation "perspektivisch weiter verbessern".

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"Eine gespenstische Situation"

Der Maskenmarkt ist dem Bericht (€)  zufolge mittlerweile so chaotisch, dass selbst Analysten den Überblick verloren haben. Immer mehr Masken werden demnach ohne eine sogenannte Pharmazentralnummer verkauft und können von Marktforschern wie der Firma Gesdat nicht verfolgt werden. "Wir wissen nichts. Wir haben die Spur verloren", sagte ein Sprecher des Pharmagroßhändlers Alliance Healthcare, zu dem Gesdat gehört. Es sei eine "gespenstische Situation".

  • Eine ausführliche Analyse zur Lage auf dem Markt für Schutzmasken lesen Sie hier: Mangelware Masken

Der Mangel betrifft vor allem die Verbraucher. Ärzte, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen werden von der Bundesregierung versorgt. Das Gesundheitsministerium hat dem Bericht zufolge bis Freitag rund 133 Millionen Masken verteilt oder eingelagert. Doch auch die Bundesregierung hat es schwer bei der Beschaffung der begehrten FFP2-Masken seit die weltweite Nachfrage explodiert ist. Den Markt bedienen zu 90 Prozent chinesische Hersteller, die die Nachfrage in der Vor-Corona-Ära auch locker bedienen konnten. Mit der Nachfrage stiegen die Preise und das bringt auch viele dubiose Anbieter auf den Plan.

Ab kommender Woche ist bundesweit das Tragen von Atemschutzmasken in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen Pflicht. Es muss aber keine medizinische Schutzmaske getragen werden. Es reichen sogenannte Community-Masken, also beispielsweise selbst genähte Exemplare. Auch ein Schal genügt. Das Tragen medizinischer Atemschutzmasken sollte dem medizinischen und Pflegepersonal vorbehalten bleiben.

Auch das Robert Koch-Institut (RKI), das am Anfang der Krise dem Maskentragen außerordentlich skeptisch gegenüberstand, empfiehlt inzwischen das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung als "zusätzlichen Baustein", um die Geschwindigkeit der Ausbreitung von Covid-19 in der Bevölkerung zu reduzieren.

Anmerkung: In einer früheren Version dieses Textes stand, die Maskenpflicht gelte ab Montag bundesweit. In Schleswig-Holstein greift die Regelung aber erst ab Mittwoch.

löw/dpa
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