McKinsey-Studie Autoindustrie ist nicht mehr Jobmotor Nummer eins

Die goldenen Zeiten sind vorbei: Die Autoindustrie ist einer Studie zufolge nicht mehr Wachstumsbranche Nummer eins in Deutschland. Einem Zeitungsbericht zufolge könnte das Gros der Jobs jetzt im Gesundheitswesen entstehen - allerdings nur, wenn es grundlegend reformiert wird.


Frankfurt am Main - Deutsche Autos sind weltweit nach wie vor gefragt und gelobt - doch die Realität zeigt: Die besten Zeiten hat die Industrie zumindest im Inland hinter sich. Der Autobau werde deutlich schwächer wachsen als alle anderen untersuchten Branchen in Deutschland und mittelfristig keine neuen Arbeitsplätze im Inland schaffen, schreibt die "Die Welt" unter Berufung auf die Studie "Deutschland 2020" der Unternehmensberatung McKinsey.

Volkswagen-Produktion in Wolfsburg: Dieses Jahr wächst die Branche laut McKinsey um höchstens 1,3 Prozent
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Für die Autobranche sei bestenfalls ein Wachstum von 1,3 Prozent jährlich möglich. "Um die volkswirtschaftliche Bedeutung der Automobilindustrie bis 2020 und darüber hinaus zu erhalten beziehungsweise auszubauen, sind enorme Anstrengungen nötig", heißt es weiter. Deutschland werde zwar seine Automobilindustrie nicht verlieren und die Rolle als Technologieführer behalten. Die Verteidigung der führenden Position werde sich jedoch "nicht in sehr hohen Wachstumsraten für den Standort niederschlagen". Jobmaschinen werden McKinsey zufolge Deutschlands Automobilhersteller nur im Ausland sein.

Hingegen könnten die Hoch- und Umwelttechnologie, die Transport- und Logistikbranche sowie der Handel und das Gesundheitswesen zu Wachstumsmotoren werde. Ihnen traut McKinsey bis zum Jahr 2020 ein jährliches Wachstum von bis zu 4,8 Prozent zu.

Vor allem im Gesundheitswesen könnten demnach viele neue Jobs entstehen. Dazu wären allerdings Reformen nötig, die zu einer stärkeren finanziellen Eigenbeteiligung der Patienten führen. Empfohlen wird in der Studie dem Bericht zufolge auch ein weitgehender Rückzug der öffentlichen Hand aus der Gesundheitsversorgung. Solche Reformen vorausgesetzt könnte die Branche überdurchschnittlich um 3,3, Prozent pro Jahr wachsen. Dann, so die Kalkulation der Berater, könnten in den nächsten Jahren eine Million neue Jobs im Gesundheitssektor entstehen.

ase/dpa-AFX



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