Medienkonzern Werbeflaute drückt Bertelsmann in die roten Zahlen

In der Krise wird Werbung für viele Unternehmen zum Luxus, das bekommt auch Bertelsmann zu spüren. Anzeigen- und Konsumzurückhaltung haben in der Bilanz von Europas größtem Medienkonzern deutliche Spuren hinterlassen.

Gütersloh - Bertelsmann bekommt die Folgen der Rezession zu spüren: Im ersten Quartal hat der Medienkonzern infolge der globalen Wirtschaftskrise Rückgänge bei Umsatz und Ergebnis verbucht.

Nach eigenen Angaben sanken die Erlöse der fortgeführten Aktivitäten von Januar bis März von 3,8 Milliarden auf 3,5 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern fiel von 253 Millionen auf 115 Millionen Euro und das Konzernergebnis rutschte von plus 35 Millionen auf minus 78 Millionen Euro.

Bertelsmann verwies darauf, dass das Vergleichsquartal im Vorjahr stark verlaufen sei, nicht zuletzt weil in den ersten drei Monaten 2008 die werbeintensiven Ostertage enthalten waren. Für das Gesamtjahr geht Bertelsmann nun von einem Rückgang beim Umsatz und beim operativen Ergebnis aus.

Der Konzern reagiert mit einem Sparprogramm auf die Flaute. "Die kommenden Monate werden weiterhin im Zeichen strikter Kostendisziplin stehen, um die Auswirkungen der Krise auf das Geschäft zu minimieren", hieß es in der Pressemitteilung. Positive Impulse erwartet Bertelsmann aus dem Servicegeschäft, das eine steigende Nachfrage nach Outsourcing-Dienstleistungen verzeichnet.

Zu Bertelsmann gehören die RTL Group, der Buchverlag Random House, der Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr, der Mediendienstleister Arvato und die Direct-Group-Medienclubs. Über Gruner + Jahr ist Bertelsmann indirekt auch an der SPIEGEL-Gruppe beteiligt.

suc/ddp/AP

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